In dieser Ausgabe, Freitag 28. Dezember:

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TITELSEITE

Bewährungsprobe auf Weltebene
Deutschland wieder im UN-Sicherheitsrat
New York/Berlin (dpa) - Außenminister Heiko Maas hat sich kurz vor Weihnachten mit seiner vielleicht abenteuerlichsten Reise seit Amtsantritt auf den Einzug Deutschlands in den Weltsicherheitsrat vorbereitet. Drei Tage lang war er mit einem „Transall“-Militärflugzeug im einst überwiegend von der Terrororganisation IS beherrschten Irak unterwegs - teils mit einer Splitterschutzweste gepanzert. Nach neun Monaten als Außenminister wurde es auch höchste Zeit, dass Maas ein echtes Krisengebiet sieht. Denn wenn Deutschland ab dem 1. Januar zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder im wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen (UN) sitzt, geht es vor allem darum: Krisen, Krisen, Krisen.

 

ARGENTINIEN

Neue Hoffnung
Macri ist dann mal weg. Brasilien, Indien eventuell Vietnam. Mit Brasiliens neuem Präsidenten Jair Bolsonaro (Foto) trifft er sich zuerst.

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INTERNATIONALES

Neue Regierung
Knatsch im Kabinett und Korruptionsvorwürfe. Mit Benny Ganz (Foto) hat Israels Premier Netanjahu einen ernsthaften Wahlgegner bekommen.

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DEUTSCHLAND

Neue Impulse
Mehr Diskussion und Meinungsaustausch. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier macht auf die Kernelemente der Demokratie aufmerksam.

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SPORT

Neue Chance
Dortmund dicht gefolgt von den Bayern und Abstiegsängste in Stuttgart, Hannover und Nürnberg. Das ist die Halbzeitbilanz der Bundesliga.

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Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
- Großer Hilfseinsatz nach Tsunami. Bisher 430 Tote in Indonesien / Flutwelle kam ohne Vorwarnung.
Jakarta (dpa) - Die Zahl der Toten und Verletzten nach dem Tsunami in Indonesien steigt immer weiter. 430 Menschen starben neuesten Zählungen zufolge, sagt der Sprecher der indonesischen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho am Mittwoch. Mehr als 1500 Menschen wurden durch die Flutwellen in der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen den Inseln Java und Sumatra verletzt, nach 159 werde noch gesucht. Noch am Montagmorgen war von weniger als 300 Toten die Rede gewesen. .

MEINUNG
- Die Korruptionsprozesse schreiten voran. Von Juan E. Alemann.
Ende der Vorwoche hat die Bundeskammer das Urteil von Bundesrichter Claudio Bonadío bestätigt, das die Prozessierung mit Präventivhaft der ehemaligen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner verfügt. Sie wird dabei als Leiterin eines illegalen Vereins bezeichnet, also im Klartext Anführerin einer Räuberbande, bei der auch Planungsminister Julio de Vido, seine Staatssekretäre Roberto Baratta und José López, eine Reihe weiterer hoher Beamten, und dann der K-Unternehmer Gerardo Ferreyra und der Chauffeur Oscar Centeno mitgewirkt haben. Die Unternehmer, die gezahlt haben, werden hingegen der Zahlung von Schmiergeldern beschuldigt, so dass sie mit einer wesentlich geringeren Strafe davonkommen. Eigentlich wurden sie erpresst, und jetzt wird ihnen vorgeworfen, dass sie dies nicht hätten zulassen sollen, was jedoch bedeutet, dass sie auf ihr Kerngeschäft hätten verzichten müssen. Und das ist nicht so einfach.


- Im Blickfeld: Flurschaden für alle Medien. Von Esteban Engel.
Ein Journalist veröffentlicht über Jahre in Zeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen packende Reportagen, mit vielen Einzelheiten, süffig und elegant geschrieben. Er berichtet über einen Jungen in Syrien, von Bürgerwehren an der US-Grenze zu Mexiko, über Trump-Wähler in der amerikanischen Provinz. Seine Texte sind begehrt, mit 33 hat er mehrere Preise gewonnen, Jurys vergleichen seinen Stil mit Literatur. Der junge Mann gilt als „Edelfeder“ und Vorbild für Spitzenjournalismus. Bis zu diesem Mittwoch.

ARGENTINIEN
- Ein langer Streit. Der Postkonflikt mit der Macri-Familie dauert an.
Buenos Aires (AT/jea) - Verteidigungsminister Oscar Aguad wurde von Bundesrichter Ariel Lijo wegen einer Klage des Staatsanwaltes Gerardo Pollicita vorgeladen. Aguad wird beschuldigt, als er noch Fernverbindungsminister war, ein Abkommen mit dem Konzern der Familie des Präsidenten über die Konflikt mit dem staatlichen Postunternehmen abgeschlossen zu haben, das für den Staat unvorteilhaft sei. Die Klage geht jedoch am Konflikt vorbei, den Néstor Kirchner als Präsident hier geschaffen hat.

SPORT
- Klopp vor Pep.
London (dpa) - Manchester City ist in der Premier League von der Rolle. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola unterlag am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem traditionellen Fußball-Spieltag am Boxing Day, überraschend mit 1:2 (1:1) bei Leicester City, dem Meister von 2016. Titelverteidiger City hat drei der vier zurückliegenden Begegnungen verloren.


- Rassismus und Gewalt in Serie A.
Rom (dpa/mse) - Ein 35 Jahre alter Fan von Inter Mailand ist nach Ausschreitungen im Umfeld des Spiels seines Clubs und des SSC Neapel am Donnerstag im Krankenhaus gestorben. Der Mailänder Polizeichef Marcello Cardona sagte, dass die Ermittler glauben, der Fan könnte im Zuge der Auseinandersetzungen von einem Van oder SUV überfahren worden sein.

AUTO UND MOTOR
- Heidi Hetzer feiert Weihnachten in Afrika - im Januar.
Berlin (dpa/AT) - Die Berliner Abenteurerin Heidi Hetzer (81) will Weihnachten in Äthiopien feiern. „Es gibt hier so viel zu sehen. Man würdigt alle Dinge, die wir in Europa haben, viel mehr, wenn man sie plötzlich nicht mehr hat“, schilderte Hetzer der Deutschen Presse-Agentur. „Dann wird einem bewusst, dass das alles keine Selbstverständlichkeit ist und wir im Luxus leben und nicht dankbar sind.“

WISSENSCHAFT
- Die Entdeckung der Erde. Die „Apollo 8“-Mission vor 50 Jahren brachte unerwartete Ergebnisse. Von Christina Horsten.
Washington - Mit heißem Kakao, Zuckerplätzchen, Hühnchen, Maissuppe und Orangensaft feierten die drei US-Astronauten Frank Borman, James „Jim“ Lovell und William Anders 1968 als erste Menschen Weihnachten im Weltraum. „Ich hoffe, ihr hattet alle bessere Weihnachtsessen heute als unseres“, gab Anders danach zur Erde ins Kontrollzentrum durch.


- Platine als Weltmodell. Hackerkongress „35c3“ will nach vorne schauen. Von Jenny Tobien und Peter Zschunke.
Leipzig - Löten und programmieren, blinken und diskutieren: Die rund 16.000 Teilnehmer auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) haben nach Weihnachten gut zu tun. In mehr als 160 Vorträgen und Workshops allein an den fünf Hauptorten des Leipziger Messegeländes wollen sie mal in kleinste Details von Computerplatinen eintauchen, mal nichts weniger als die Welt retten. Der zum 35. Mal stattfindende Chaos Communication Congress, kurz 35c3, gilt als weltgrößtes Hacker-Treffen.

GEMEINSCHAFTEN
- Familie, Freunde Ferien. Vor 100 Jahren wurde die „Funke Stiftung“ gegründet.
Vielen von Ihnen wird die “Funke Stiftung “ bereits ein Begriff sein, vor allen Dingen denjenigen, die dieses Paradies bereits kennengelernt haben. Auf der anderen Seite gibt es sicherlich auch viele Personen, denen dieses bewundernswerte Werk von Rudolf Funke noch nicht bekannt ist.


- Deutsch-tschechische Verständigung gewürdigt. Verleihung des „Johnny“ Klein-Preises.
In Mährisch Schönberg (Šumperk) in der Tschechischen Republik wurde Ende November in der ehemaligen Klosterkirche Mariä Verkündigung zum zweiten Mal der „Johnny“ Klein-Preis für die deutsch-tschechische Verständigung“ der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, der Sudetendeutschen Stiftung und dem Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) in Kooperation mit der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik, dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, der Deutschen Botschaft in Prag, der Stadt Šumperk und der Dr. Kurt Linster Stiftung vergeben.

SEITE DER FRAU
- „Annigeleite Kelanpu Kalunbaoer“. So nennt das Ausland AKK.
Berlin (dpa) - Annegret Kramp-Karrenbauer - der Name der neuen CDU-Parteichefin in Deutschland ist eine Herausforderung.

KULTUR
- Van Gogh, van Dyck und noch so einiges. Ausstellungshöhepunkte 2019.
Berlin - Das Ausstellungsjahr 2019 verspricht manches Highlight. So bereitet das Städel in Frankfurt die aufwendigste Schau seiner Geschichte vor: „Rubens. Kraft der Verwandlung“.


- Meister der Ironie. Professor für komische Kunst F.W. Bernstein ist tot. Von Thomas Maier.
Frankfurt/Berlin - Die deutsche Sprache verdankt ihm wunderbare Verse und Cartoons: F.W. Bernstein gehörte als Zeichner und Lyriker zur seltenen Spezies der Universaltalente. Der Mitbegründer der „Frankfurter Neuen Schule“, der das Nachkriegsdeutschland ein ganz neues Verständnis von Humor und Ironie verdankt, ist am Donnerstag voriger Woche im Alter von 80 Jahren gestorben, wie das Frankfurter Caricatura Museum mitteilte.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
- Die Wirkung der hohen Landesrisikorate. Von Juan E. Alemann.
Die Risikorate eines Staates ergibt sich als Differenz der Rendite der Staatstitel, die an der Börse von New York notiert werden (Zinssatz bezogen auf den Kurs, plus die Kursdifferenz zum Nennwert, geteilt durch die Jahre, die dem Titel noch bis Ablauf fehlen, und der Rendite der zehnjährigen Schatzscheine der USA (genannt “Treasuries”). Ein Index über 830 Basispunkten, wie er diese Woche erreicht wurde, bedeutet, dass der Zinssatz, von dem Banken für Kredite an Argentinien ausgehen, der der Treasuries (jetzt 2,5%) plus 8,30 Prozentpunkte beträgt, was 10,8% ausmacht. Im Freitag der Vorwoche wurde in NY der Bonar 2014 schließlich zu u$s 73,25 gehandelt, was eine Rendite von 14,2% ergibt. Doch die Banken nehmen dies als Ausgangspunkt und fordern noch mehr, und allgemein besteht eine Sperre für Kredite an Argentinien.


- Eine anachronische Arbeitsordnung. Von Juan E. Alemann.
Die hohe Arbeitslosigkeit, das anormal hohe Ausmaß der Schwarzarbeit, und die Tatsache, dass viele Bestimmungen des Arbeitsrechtes einfach nicht eingehalten werden, weil sie sich nicht den bestehenden Umständen anpassen, all dies weist darauf hin, dass die bestehende Arbeitsgesetzgebung und ihre Auslegung durch die Richter nicht der gegenwärtigen Wirklichkeit entspricht. Die Arbeitslosigkeit, lag in früheren Zeiten höchstens bei 5%, und in langen Perioden sogar weit darunter (mit nur 2% im Jahr 1979), während sie jetzt seit vielen Jahren über 8% liegt. Gegenwärtig gibt sie das INDEC mit 9% an; doch wenn man diejenigen hinzufügt, die die Suche aufgegeben haben, und auch einen Teil der Unterbeschäftigten, die praktisch nichts zu tun haben, gelangt man auf über 12%. Und wenn man berücksichtigt, dass in Argentinien die aktive Bevölkerung (diejenigen, die effektiv eine bezahlte Arbeit haben, plus diejenigen, die eine suchen) bei 46,7% liegt, aber bei über 50% liegen sollte (wenn man sich an die Koeffizienten vergleichbarer Länder hält), dann gelangt man auf eine noch höhere Arbeitslosigkeit. Was die Schwarzarbeit betrifft, die jetzt ein Drittel der Beschäftigen erreicht, und mit denjenigen, die zum Teil schwarz arbeiten, noch höher ist, so ist dies auch nicht normal. Unter der Militärregierung waren es um die 10%, und seither hat dieses Phänomen ständig zugenommen. Auch auf diesem Gebiet wurde Demokratie mit Anarchie verwechselt.

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