In dieser Ausgabe, Freitag, 23. Juni 2017:

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TITELSEITE

„Europa ist eine Schicksalsgemeinschaft“
Erster EU-Gipfel für Frankreichs Präsident Macron
Brüssel (dpa/mc) - Die Europäische Union treibt die gemeinsame Verteidigungspolitik und den Kampf gegen den Terror voran. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Kollegen billigten gestern beim EU-Gipfel den Ausbau der militärischen Zusammenarbeit und einen Verteidigungsfonds für gemeinsame Rüstungsprojekte. Begleitet wurden die einmütigen Entscheidungen allerdings von Misstönen: Der neue französische Präsident Emmanuel Macron provozierte mit scharfer Kritik an osteuropäischen Ländern wütende Reaktionen von dort.

 

ARGENTINIEN

Vermieden
Eigentlich war alles angerichtet für Cristina Kirchner. Doch die Ex-Präsidentin vermied am Dienstag bei einer Großveranstaltung in Sarandí zu erklären, ob sie bei den Wahlen kandidiert.

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ÖSTERREICH

Vertrackt
Die Enteignung ist die „ultima ratio“, wenn nichts mehr hilft. Die Republik Österreich hat im Fall von Hitlers Geburtshaus dazu gegriffen. Den Schritt prüft jetzt Österreichs höchstes Gericht.

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KULTUR

Verehrt
Das Interesse war groß. Am Sonnabend stellte der Schriftsteller Osvaldo Bayer ein neues Buch vor. Darin geht es um die Zeitung „La Chispa“, die der heute 90-Jährige 1958 ins Leben rief.

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SPORT

Vertagt
Die DFB-Elf hat beim Confed Cup in Russland durch ein 1:1 gegen Chile den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale verpasst. Im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun reicht dafür aber schon ein Remis.

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Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
- Macron räumt auf. Nach Sieg bei der Parlamentswahl mehrere Minister ausgewechselt.
Paris (dpa) - Schluss mit Skandalen: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach dem Abschied mehrerer affärenbelasteter Minister das Kabinett neu aufgestellt. Er machte am Mittwoch die Juristin Nicole Belloubet zur Nachfolgerin von Justizminister François Bayrou. Das Verteidigungsministerium übernimmt die bisherigen Bahn-Managerin und frühere Staatssekretärin Florence Parly.


- Neuer Flüchtlingsrekord weltweit. Forderung nach mehr EU-Einsatz.
Genf/Straßburg/Berlin (dpa) - Noch nie waren auf der Welt so viele entwurzelt: 65,5 Millionen Menschen flohen im vergangenen Jahr vor Krieg, Gewalt und Verfolgung, 300.000 mehr als im Jahr davor. Allein in Syrien mussten zwei Drittel der Einwohner ihre Heimat verlassen, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Montag in Genf. Darunter waren 22,5 Millionen Menschen, die über Grenzen gingen und 40,4 Millionen Vertriebene, die in einem anderen Teil ihrer Heimatländer Unterschlupf fanden. Jede Minute des Jahres mussten irgendwo auf der Welt 20 Menschen fliehen. Jeder 113. Mensch auf der Welt war ein Flüchtling. Seit 1997 hat sich die Flüchtlingszahl damit praktisch verdoppelt.

MEINUNG
- Surrealistische Politik.
Cristina Fernández de Kirchner beteiligt sich aktiv in der Politik und tritt jetzt als eine der Hauptfiguren im Wahlkampf für die parlamentarische Erneuerung auf. Sie hat sich dabei sogar den Luxus geleistet, die justizialistische Partei, die den Peronismus vertritt, bei Seite zu lassen und tritt mit einer Koalition von kleinen Parteien auf, die zur Kategorie gehören, die Perón seinerzeit als Gummistempel bezeichnet hat. Dieser bunte Bund von Politikern stützt sich nur auf die Person von Cristina K., die die Opposition zu Präsident Mauricio Macri und der Regierungskoalition konzentriert.


- Pressestimmen: „Untrügliches politisches Gespür“. Europäische Zeitungen zum Tod Helmut Kohls.

ZUM TODE VON HELMUT KOHL
- Helmut Kohl (1930 - 2017). Ein Mann der Geschichte. Von Kristina Dunz.
Helmut Kohl hat Deutschland geprägt wie kaum ein anderer Politiker. Als Kanzler der Einheit hat er sich in die Geschichtsbücher geschrieben. Aber es gab auch Abgründe. Politisch wie privat.


- Biografie eines Staatsmannes Stationen im Leben Helmut Kohls.

- „Glücksfall für uns Deutsche“. Merkels Rede zum Tod Helmut Kohls.

- Kohls letzte Ruhestätte. Eine vielsagende Entscheidung. Von Christiane Jacke und Jasper Rothfels.
Helmut Kohl wird an einem symbolträchtigen Platz beerdigt, an einem historisch aufgeladenen Ort. Die Wahl der letzten Ruhestätte für den Altkanzler ist ein politisches Statement - und verrät viel über den Menschen Kohl.


- „Großer Europäer“ und „Ausnahmepolitiker“. Zitate zum Tod des Altkanzlers.

ARGENTINIEN
- Wo Che Guevara wohnte. Gedenkplatte erinnert an Wohnort des Revolutionärs in Buenos Aires. Von Marcus Christoph.
Buenos Aires (AT) - Ernesto „Che“ Guevara ist einer der weltweit bekanntesten Argentinier. Der Guerrillero, der einst in Kuba an der Seite Fidel Castros triumphierte und später im Kampf in Bolivien ums Leben kam, gilt auch heute noch als Ikone für Revolution schlechthin. Dass Guevara wichtige Jahre seines Lebens in Buenos Aires verbrachte, daran erinnerte in der Hauptstadt lange Jahre praktisch gar nichts.

TIPPS FÜR LESERATTEN
- Die schönsten Literaturcafés in Buenos Aires. Von Michaela Ehammer.
Buenos Aires (AT) - Dass Argentinier eine Leidenschaft für Bücher haben, spigelt sich etwa an den über 734 Bibliotheken und Buchhandlungen wider, die Buenos Aires´ Straßen säumen. Da Bücher momentan sehr teuer in der Anschaffung sind, erweisen sich Büchereien mit einem integrierten Café als ideale Alternative.

SPORT
- Boca ist Meister.
Buenos Aires (dpa/mc) - Der Heimatclub von Diego Maradona, die Boca Juniors aus Buenos Aires, sind vorzeitig zum 32. Mal argentinischer Fußball-Meister. Die Mannschaft gewann den Titel ohne eigenes Zutun, da Verfolger Banfield beim Lieblingsclub von Papst Franziskus, San Lorenzo, mit 0:1 verlor und bei nur noch einem Spiel fünf Punkte Rückstand hat. Die große Meisterparty soll am kommenden Sonntag beim Heimspiel im berühmten Stadion „Bombonera“ („Pralinenschachtel“) gegen Unión de Santa Fe steigen.


- Kurs aufs Halbfinale.
Krakau (dpa/mc) - Der deutsche Fußball-Nachwuchs hat mit einer überzeugenden Leistung bei der U21-EM klar Kurs auf das Halbfinale genommen. Die Auswahl von Trainer Stefan Kuntz gewann am Mittwoch vor 9298 Zuschauern in Krakau gegen Dänemark souverän mit 3:0 (0:0). Nach ihrem zwölften Pflichtspielsieg in Serie genügt der Elf im letzten Gruppenspiel gegen Italien am Samstag ein Punkt, um den Gruppensieg und damit den Einzug in die K.o.-Phase perfekt zu machen.

WISSENSCHAFT
- Die Entstehung Jupiters.
Washington/Münster (dpa) - Der Gasriese Jupiter ist nicht nur der größte, sondern auch der älteste Planet unseres Sonnensystems. Das berichten Planetologen der Universität Münster in den “Proceedings” der US-Akademie der Wissenschaften (“PNAS”). Ihnen ist es nach Angaben der Universität erstmals gelungen, das Alter des Gasplaneten zu bestimmen. Bisher habe es nur Schätzungen gegeben, teilte die Hochschule vergangene Woche mit. Der neuen Analyse zufolge war Jupiter bereits 4 Millionen Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems ausgewachsen, während etwa unsere Erde rund 100 Millionen Jahre benötigt habe.


- Prinzessin-von-Asturien-Preis.
Oviedo (dpa) - Drei US-Physiker erhalten für den ersten Nachweis von Gravitationswellen den angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Forschung und Technik. Die Auszeichnung bekommen Kip Thorne (77), der in Berlin geborene Rainer Weiss (84) und Barry Barish (81) sowie auch das von ihnen maßgeblich entwickelte Gravitationswellen-Observatorium Ligo, wie die Jury vergangene Woche im nordspanischen Oviedo bekanntgab.


- Sieben Tipps für Urlaubsvideos. So gelingen die schönsten Eindrücke auch ohne teure Ausrüstung. Von Pauline Sickmann.
Berlin - Zum Hobbyfilmer kann dank Smartphone und Camcorder mittlerweile jeder werden, und ein Urlaubsvideo ist eine schöne Alternative zu herkömmlichen Fotoalben. Doch eine tolle Reise macht noch keinen guten Film.


- Verkalkten Blutgefäßen vorbeugen. Von Arteriosklerose merken Betroffene oft jahrelang nichts. Von Sabine Meuter.
Berlin/Mainz - Ständig zirkuliert das Blut durch den Körper. Es versorgt Organe wie Muskeln, aber auch das Gewebe mit lebenswichtigen Nährstoffen. Doch nicht alles, was sich im Blut befindet, tut dem Körper gut. Zu viel Fett und Kalk können sich mit der Zeit dauerhaft in den Gefäßwänden ablagern. Die Gefäße verkalken, heißt es umgangssprachlich. Medizinisch ist von Arteriosklerose die Rede.


- Gerettetes Paradies.
Genf (dpa) - Einige der seltensten Vogelarten weltweit haben auf einigen Pazifikinseln ein letztes Refugium gefunden: Umweltschützer haben in zwei Jahren fünf Inseln in Französisch-Polynesien von Ratten befreit, wie die Organisation Birdlife berichtete. So stünden jetzt rund 1000 Hektar zur Verfügung, auf denen die Vögel ohne Gefahr brüten und leben könnten. Nach erstem Augenschein hätten sich auch die Bestände von Pflanzen erholt, die nur auf den Inseln beheimatet sind.


- Schwimmender Gemüsegarten.
New York (dpa) - Zwischen den vielen Frachtschiffen, Passagier-Fähren und Ausflugsdampfern im New Yorker Hafen ist nun auch ein schwimmender Obst- und Gemüsegarten unterwegs. “Swale” hat Gründerin Mary Mattingly den etwa 25 Meter langen Lastkahn getauft, auf dem sie und ihr Team Pfirsich-, Kirsch- und Apfelbäume pflegen und Gemüse wie Zwiebeln, Brokkoli, Mangold und Grünkohl anbauen. Auch Kiwis, Feigen und Birnen sowie frische Gewürze wie Rosmarin, Thymian, Basilikum und Dill wachsen in dem schwimmenden Feuchtbiotop. .

GEMEINSCHAFTEN
- Das Instituto Ballester trifft die Bundeskanzlerin Angela Merkel.

- Das Instituto Ballester Deutsche Schule ist eine „Exzellente Deutsche Auslandsschule“.

- Geburtstagsfeier der Tanzgruppe “HEIMATLAND”.

SEITE DER FRAU
- Kreativität auf verschiedensten Gebieten Gespräch mit der multifacettenreichen Hilde Käthler.

KULTUR
- “Übervater der Barockmusik”. 250. Todestag von Georg Philipp Telemann.
Hamburg (dpa) - Hamburg ist nicht erst seit der Eröffnung der Elbphilharmonie eine Musikstadt mit großer Strahlkraft. Eine der schillerndsten Figuren der Hansestadt war Georg Philipp Telemann (1681–1767), der als Kantor und Musikdirektor der fünf Hauptkirchen eines der prominentesten musikalischen Ämter Deutschlands besetzte. 46 Jahre lang prägte der Barockmusiker das Musikleben der Hansestadt und ganz Europas. Trotzdem steht Georg Philipp Telemann immer noch im Schatten seiner Zeitgenossen Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach, mit denen er eng befreundet war. Zahlreiche Veranstaltungen, CDs und Konzerte zu seinem 250. Todestag am 25. Juni wollen das ändern.


- “Poetische Sprachkunst”. Büchner-Preis für Lyriker Jan Wagner.
Darmstadt (dpa) - Für seine “poetische Sprachkunst” wird der Lyriker Jan Wagner in diesem Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Die Gedichte des in Hamburg geborenen 45-Jährigen “verbinden spielerische Sprachfreude und meisterhafte Formbeherrschung, musikalische Sinnlichkeit und intellektuelle Prägnanz”, begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt ihre Entscheidung. Die Verleihung des Preises ist am 28. Oktober 2017 in Darmstadt vorgesehen. Letzter Preisträger mit Schwerpunkt Lyrik war 2014 Jürgen Becker.

WIRTSCHAFT
- Griechenland-Hilfen: Der große Kraftakt ist gelungen.
Nach sieben Jahren Dauerkrise hofft Griechenland, bald wieder auf eigenen Füßen zu stehen. Aber noch ist es auf frische Milliarden seiner Partner angewiesen. Jetzt kann das Geld endlich fließen. Seit Monaten währte das Gefeilsche, und am Ende wurde die Zeit mal wieder knapp. Aber letztlich schaffte die Eurogruppe am Donnerstagabend in Luxemburg den Kraftakt und wendete eine neue Krise ab. Griechenland bekommt frisches Geld, und zwar rechtzeitig, bevor wieder das Schreckgespenst der Staatspleite umgeht. Schon im Juli soll die Auszahlung von E 8,5 Mrd. beginnen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich am Donnerstagabend zufrieden mit den Beschlüssen.


- Kubas „Karibik-Kapitalismus“ soll den Sozialismus retten.
Die vorsichtige wirtschaftliche Liberalisierung auf der Karibikinsel hat Hoffnungen geweckt, die bisher oft enttäuscht wurden. Mit seinem neuen Kuba-Dekret legt US-Präsident Trump amerikanischen Unternehmen jetzt zusätzliche Steine in den Weg. Das Goldene M leuchtet nur über einer einzigen McDonald‘s-Filiale in Kuba - auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay. Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Vereinigten Staaten und der vorsichtigen wirtschaftlichen Öffnung befürchteten viele, die nordamerikanischen Kapitalisten würden sich die sozialistische Karibikinsel im Handumdrehen unter den Nagel reißen. Weit gefehlt. Und mit der Kalte-Krieg-Rhetorik von Präsident Donald Trump könnten gerade US-Firmen in die Röhre schauen.


- Die lokalen Konflikte mit Odebrecht.
Das brasilianische Bauunternehmen Odebrecht ist in Argentinien an drei öffentlichen Investitionsprojekten beteiligt: die Umwandlung der Vororteisenbahn Sarmiento (Bahnhof Once bis zum Vorort Haedo) in eine Untergrundbahn, eine Anlage für Wassereinigung am Paraná und eine Reinigungsanlage für Abwässer in Berazategui (im Auftrag des Staatsunternehmens AYSA), und eine Gasleitung im Nordosten des Landes, die inzwischen aufgehoben wurde, obwohl schon Röhren gekauft und bestimmte Arbeiten vollzogen wurden.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
- Die Beschäftigungsproblematik kann nicht weiter ignoriert werden.
Mit der Erklärung über das Bestehen einer Verbindung von Arbeitsrichtern und Arbeitsanwälten, um bei Prozessen hohe unberechtigte Entschädigungen für Arbeitnehmer zu erhalten, an denen beide beteiligt sind, hat Präsident Mauricio Macri weit mehr als ein Korruptionsproblem zur Diskussion gestellt: es geht um die Beschäftigungsproblematik, die in diesen Tagen mit der Bekanntgabe einer Arbeitslosigkeit von 9,2% der aktiven Bevölkerung im 1. Quartal 2017, gegen 7,6% im 4. Quartal 2016, dramatisch aufgetreten ist. In Wirklichkeit ist die Arbeitslosigkeit höher, weil das Statistische Amt (INDEC) nur diejenigen als arbeitslos einstuft, die sich um eine Beschäftigung bemühen, aber nicht diejenigen, die die Suche aufgegeben haben, weil sie wissen, dass sie bei Bewerbungen stundenlang Schlange stehen müssen und schließlich doch keine Arbeit erhalten. Viele Arbeitslose hoffen, einen Arbeitsplatz durch direkte Verbindung mit anderen Arbeitern, Freunden oder Kleinunternehmern zu erhalten. Mit dieser Gruppe wären es gut 10% Arbeitslose. Wenn man auch von den Unterbeschäftigten, die 9,9% der aktiven Bevölkerung ausmachen, diejenigen hinzuzählt, die kaum arbeiten, gelangt man auf einen noch höheren Koeffizienten, weil in Rezessionszeiten die Gelegenheitsarbeiten stark abnehmen. Ein Unterbeschäftigter, der 5 Stunden pro Woche arbeitet, steht kaum besser da als ein Vollarbeitsloser.

Develop Cámara Argentino Alemana Cámara de Comercio Argentino Austríaca