In dieser Ausgabe, Freitag 22. September 2017:

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TITELSEITE

Merkel mit wem?
Das scheint bei der Bundestagswahl die einzige Frage
Berlin (dpa) - Die Meinungsumfragen sind seit Monaten recht stabil. Wenn die Deutschen an diesem Sonntag ein neues Parlament wählen, dann dürften die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit den nur in Bayern antretenden Christsozialen wieder die mit Abstand stärkste Fraktion werden. Europa und die Welt stellen sich schon auf weitere vier Jahre mit der am längsten amtierenden Regierungschefin des Westens ein.

 

ARGENTINIEN

Umgesetzt
Umzug: Die Statue der südamerikanischen Freiheitskämpferin Juana Azurduy wurde von ihrem bisherigen Platz hinter der Casa Rosada zum Kulturzentrum „Nestór Kirchner“ verfrachtet.

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INTERNATIONALES

Umgekommen
Dem verheerenden Erdbeben in Mexiko sind inzwischen mindestens 250 Menschen zum Opfer gefallen, davon allein 115 in Mexiko-Stadt. Zehntausende helfen bei den Rettungsaktionen.

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GEMEINSCHAFTEN

Umgetanzt
Am morgigen Samstag geht es rund: Bei „Buenos Aires celebra“ stehen diesmal Österreich und Deutschland im Vordergrund. Über 40 Stände mit Essen, Tänzen und Musik locken die Besucher.

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SPORT

Umjubelt
Dortmund bleibt nach einem 3:0 beim HSV an der Spitze der Bundesliga, die Bayern sind erster Verfolger. Hannover ließ beim 1:1 in Freiburg Punkte liegen. Der 1. FC Köln bleibt weiter Letzter.

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Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
- Rohingya in akuter Not. Mob attackiert Hilfslieferung.
Sittwe/Cox‘s Bazar (dpa) - Ein wütender Mob hat in Myanmars Unruheregion Rakhine eine Hilfslieferung des Roten Kreuzes mit Gewalt zu verhindern versucht. Aus einer Gruppe mehrerer Hundert Randalierer heraus seien Steine und Molotow-Cocktails geworfen und einige Polizisten verletzt worden, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Die Beamten hätten ein Boot der Organisation mit Hilfsgütern für Binnenvertriebene beschützt. Auch in Bangladesch benötigten Rohinga-Flüchtlinge dringend Hilfe, mahnte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Diese seien in “akuter Not”.

DEUTSCHSPRACHIGER RAUM
- Burkafreies Österreich. Verschleierungsverbot soll konsequent durchgesetzt werden.
Wien (dpa) - Wer in Österreich sein Gesicht mit einer Burka oder auch nur mit einer Atemschutzmaske verhüllt, riskiert ab 1. Oktober eine Geldstrafe von bis zu 150 Euro. “Wir werden das Gesetz behutsam und trotzdem konsequent umsetzen”, kündigte die Generaldirektorin für die öffentliche Sicherheit, Michaela Kardeis, gestern in Wien an. Der algerisch-französische Millionär Rachid Nekkaz will laut Medieninformationen aber die etwaigen Geldstrafen für die Burka-Trägerinnen übernehmen.

MEINUNG
- Die Identität des Peronismus.
Der Peronismus hat von Anfang an ein Identitätsproblem, nachdem ihn schon Perón vom traditionellen Sozialismus abgrenzen wollte und dabei den Faschismus von Mussolini zum Vorbild nahm, aber auch nicht ganz. Perón nutzte diese Unbestimmtheit, damit Menschen mit unterschiedlichen politischen Auffassungen sich durch den Peronismus vertreten fühlen konnten. Als schlauer Politiker wusste er, dass man Mehrheiten nur bilden kann, wenn man extreme Positionen bei Seite lässt und jedem das sagt, was er hören will. Perón selber schwankte in seinen Exiljahren zwischen einem extremen Sozialismus und einem Kapitalismus mit einer starker sozialen Komponente. Doch schließlich entschied er sich für letztere Variante, was deutlich zum Ausdruck kam, als er kurz vor seinem Tode bei einer Großkundgebung auf der Plaza de Mayo schreiende jugendlichene Gruppen beschimpfte, und diese daraufhin den Ort verließen. Es waren grundsätzlich Montonero-Terroristen und ihre Sympathisanten. Unter ihnen befanden sich auch zwei Studenten aus La Plata: Néstor Kirchner und Cristina Fernández.


- Im Blickfeld: Saumäßig gemäßigt. Von Stefan Kuhn.
Donald Trumps Rede vor der UN-Vollversammlung hat vor allem eines gezeigt: Man hat sich so sehr an die Ausfälle des US-Präsidenten gewöhnt, dass einige schon von einer neuen Sachlichkeit ausgehen, bloß weil er etwas weniger ausfällig wurde. Gut, es war vielleicht die bisher stringenteste Rede des zu Präsidentenwürde gekommenen Immobilienhais. Er hat sich wohl zum ersten Mal ans Manuskript gehalten. Gemäßigt war sie nur in dem Sinne, dass sie auch von seinem Vorvorgänger George W. Bush hätte stammen können, denn der gilt seit Trumps Amtsantritt als gemäßigt. Sachlich war sie keinesfalls.

HINTERGRUND
- Die Welt am Scheideweg. Donald Trump vor den Vereinten Nationen. Von Michael Donhauser.
Donald Trump tritt vor die Vereinten Nationen: Das allein hat Sprengkraft. Seine Rede fällt für Trump-Verhältnisse sachlich aus, auch wenn es ihr nicht an Härte mangelt.

ARGENTINIEN
- Forschungsaustausch vorangetrieben. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Münch in Buenos Aires. Von Jannik Wilk.
Buenos Aires (AT) - Die Forschungsarbeit mit argentinischen Partnern voranzutreiben, dies war das Ziel des Besuchs der brandenburgischen Wissenschaftsministerin Dr. Martina Münch (SPD), die für vier Tage nach Buenos Aires gekommen war. Mit einer Delegation der Universität Potsdam besuchte die Politikerin vor Ort Institutionen, führte Gespräche und schmiedete Kooperationen. Im Deutschen Klub gab es außerdem einen Empfang für die Ministerin, bei dem wichtige Vertreter der deutschen Gemeinschaft in Buenos Aires anwesend waren.

SPORT
- Tennis: Deutschland gerettet, Argentinien nicht.

- Formel 1: Hamilton nutzt Vettels Crash

AUTO UND MOTOR
- Neue Lichtkonzepte für autonome Autos.
Frankfurt/Main (dpa/tmn/AT/eha) - Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte: Bevor Fußgänger vor einem Auto die Straße überqueren, suchen sie in der Regel den Augenkontakt mit dem Fahrer. Hat er mich gesehen, kann ich gehen? Das sind die Fragen, die sich auf diese Weise buchstäblich in einem Augenblick beantworten lassen. “Doch in Zukunft könnte das schwierig werden”, sagt Marc Lichte, Chefdesigner bei Audi. Denn wenn der Autopilot das Steuer übernimmt, schaut der Fahrer vielleicht nach seinen E-Mails, hat die Augen geschlossen oder sitzt auf der Rückbank. Oder ist vielleicht gar nicht mehr an Bord.

HÜBEN & DRÜBEN
- Komödie mit politischer Dimension. Ende des deutschen Filmfestivals / Simon Verhoeven im Gespräch.
Buenos Aires (AT) - Beeindruckendes Ende eines Klassikers: Mit Ewald André Duponds gut besuchtem Stummfilm „Varieté“ ist die 17. Ausgabe des deutschen Filmfestivals in Buenos Aires am Mittwoch zu Ende gegangen. Die in Buenos Aires lebende Schwedin und DJane Barbara Togander sorgte anhand ihres Laptops, Synthesizers, Mikrofons und Turntables für eine experimentelle musikalische Untermalung des Films.

WISSENSCHAFT
- “Pulverkammer” an der Elbe. Vor 150 Jahren ließ Nobel sein Dynamit patentieren. Von Bernhard Sprengel.
Geesthacht - Die Nobelpreise werden alljährlich in Schweden vergeben, doch der Grundstock für das Stiftungskapital wurde vor 150 Jahren in der Nähe von Hamburg geschaffen. Über schwedische Kaufleute bekam Alfred Nobel (1833-1896) ein Grundstück bei Geesthacht an der Elbe vermittelt, das der Chemiker 1865 für 14.000 Taler kaufte, wie der Hamburger Historiker Eckardt Opitz berichtet. Dort errichtete der Schwede eine Fabrik für Nitroglycerin, das wenige Jahre zuvor vom Italiener Ascanio Sobrero erfunden worden war. Es begann eine rasante industrielle Entwicklung, die Geesthacht zur “Pulverkammer Deutschlands” machte, wie Jochen Meder vom Förderkreis Industriemuseum Geesthacht sagt.


- Schrilles und viel Klamauk. 27. Verleihung der kultigen Ig-Nobelpreise.
Boston (dpa/AT/eha) - Kaffee verschütten nervt. “Wir alle tun es und wir alle hassen es”, sagt Jiwon Han auf der Bühne des Sanders-Theaters der US-Eliteuniversität Harvard in Boston. “In meiner Schulzeit hatte ich zuviel Zeit und habe ein Physik-Forschungspapier darüber geschrieben.” Das Ergebnis - und das Geheimnis nicht verschütteten Kaffees: Den Becher von oben festhalten, geradeaus schauen und rückwärts laufen. “Aber ist das praktisch? Überhaupt nicht! Also ist der Deckel erfunden worden. Aber ich habe verstanden: Bei Forschung geht es nicht darum, wie alt man ist oder wie klug - sondern darum wie viel Kaffee man trinkt. Und mit ausreichend Kaffee und etwas Pech landet man dann in Boston.”


- Wenn der eigene Vater verschwindet. Wege für Angehörige zum Umgang mit Alzheimer. Von Ines Schipperges.
Waldenburg/Freiburg - Annegret Frenzel war 15 Jahre alt, als sie merkte, dass etwas anders war. Ihre Mutter war im Urlaub, hatte Vater und Tochter Bargeld da gelassen. Schon am ersten Tag war alles weg. “Ich fragte meinen Vater, was er damit gemacht hat, aber er wusste es nicht.” Geglaubt hat sie ihm nicht. “Ich vermutete, er könnte alkohol- oder spielsüchtig sein.” Als die Mutter zurück war, sprachen sie über das Ereignis und stellten fest: In letzter Zeit häuften sich merkwürdige Kleinigkeiten. “Zum Glück war meine Mutter sehr rigoros”, sagt Frenzel. “Sie hat ihn von Arzt zu Arzt geschleppt, bis wir eine Diagnose bekamen: Alzheimer im Frühstadium.” Das ist inzwischen elf Jahre her.


- Neue T&E-Studie warnt. Diesel stoßen mehr CO2 aus als Benziner.
Brüssel/Hannover (dpa) - Trotz aller Bemühungen der deutschen Autobauer zur Verteidigung des Dieselmotors zeigt eine Studie der europäischen Umweltschutzorganisation Transport & Environment: Diesel produzieren während ihrer gesamten Lebensdauer spürbar mehr klimaschädliches CO2 als Benziner. Insgesamt gehe es um über 3,6 Tonnen Kohlendioxid, teilte die Organisation am Montag mit. Gründe seien höhere Fahrleistungen wegen des günstigeren Kraftstoffs, die energieintensivere Produktion des Dieselkraftstoffs, die aufwendigere Produktion der Dieselmotoren sowie höhere Emissionen des beigemischten Biodiesels.

GEMEINSCHAFTEN
- Wie wählt Argentinien? Juniorwahl am Instituto Ballester Deutsche Schule.

- Der Wettergott ist Leichtathlet. Sportfest in Ballester.

- Ein Hoch auf „Die lustigen Tiroler“ Die Tanzgruppe feierte ihr 10-jähriges Jubiläum.

SEITE DER FRAU
- Merkel, die Feministin? Die erste Kanzlerin und die Frauen. Von Caroline Bock und Teresa Dapp.
Berlin - Sie ist Deutschlands erste Kanzlerin. Aber ob sie auch eine Feministin ist? Bei dieser Frage kommt Angela Merkel bei einem Frauengipfel im Frühjahr ins Schlingern. „Ehrlich gesagt, ähm, möchte ich....“, setzt sie an. „Ja!“, tönt es aus dem Publikum. Merkel weicht aus. Sie wolle sich nicht mit einem Titel schmücken, den sie gar nicht habe. Frauen wie Alice Schwarzer hätten schwere Kämpfe gekämpft. Da könne sie sich nicht auf die Erfolge setzen und einfach sagen: „Also, ich bin eine Feministin.“

KULTUR
- Wichtigste Nacht des Fernsehens. Politische Satire und Drama-Serien dominieren Emmys.
Los Angeles (dpa) - Die Emmys gelten als wichtigste Fernsehpreise der Welt. Weil Dauersieger “Game of Thrones” diesmal nicht nominiert werden konnte, war der Weg frei für andere. Die politische Satireshow “Saturday Night Live”, die Drama-Miniserie “Big Little Lies” und die Comedyserie “Veep” haben bei den 69. Emmys abgeräumt. “Saturday Night Live” gewann bei der Gala in der Nacht zum Montag in Los Angeles mit neun Auszeichnungen die meisten Emmys. McKinnon hatte im Wahlkampf die demokratische Bewerberin Hillary Clinton parodiert, Baldwin den republikanischen Sieger Donald Trump.


- Schlechte Kritiken, drohendes Defizit. Ende der documenta in Kassel / Parthenon Publikumsliebling.
Kassel (dpa/AT/eha) - Die nächste documenta kommt bestimmt: Mit dieser Botschaft ist am Sonntag die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Kassel zu Ende gegangen. Symbolisch verteilte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) an vier documenta-Besucher Gutscheine für die documenta 15 im Jahr 2022. Eine gemeinsame Abschlussveranstaltung der Stadt und der documenta gab es nicht.


- Kultur in all ihren Facetten. Das Festival „Ciudad Emergente“ feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Von Michaela Ehammer.
Buenos Aires (AT) - Was interessiert die Jugend? Was bewegt sie? Und was gibt es Neues aus der jungen Kunst- und Kulturszene? Diesen Fragen wird seit Mittwoch und noch bis kommenden Sonntag (24.9.) im Rahmen des Festivals „Ciudad Emergente Recargado“ in Buenos Aires nachgegangen. Zum 10-jährigen Jubiläum zeigt sich das Festival energiegeladener und umfangreicher denn je. Hunderttausende Kulturinteressierte kommen in diesem Jahr in den Genuss von über 290 Aktivitäten und 1200 Künstlern: heimische wie internationale Bands, Fotoausstellungen, Kinofilmen, Stand-Up Comedy, kreative Tänze und experimentelle Kunst. Auch rund um die Themen Mode, Poesie und Bücher wird jede Menge Spaß und Action für Groß und Klein angeboten.

WIRTSCHAFT
- Hohe Kursschwankungen beim Bitcoin.
Nach dem jüngsten rasanten Kurssturz hat sich der Bitcoin noch rasanter wieder erholt. Im Laufe des Freitagnachmittags fiel die Kryptowährung zuerst unter u$s 3000, um dann bis zum Abend wieder auf rund u$s 3800 hochzuschießen. Selbst für den Bitcoin, bei dem starke Schwankungen üblich sind, war dies eine außergewöhnliche Bewegung. Anfang September hatte der Bitcoin ein Rekordhoch von annähernd u$s 5000 erreicht. Seitdem war es fast kontinuierlich bergab gegangen.


- Unternehmen stellen sich digitaler Transformation.
Die digitale Transformation wälzt nahezu alle Industrie-Bereiche um. Immer mehr Unternehmen wollen von den neuen Möglichkeiten des Internet der Dinge profitieren. In Berlin trafen sich nun Vertreter aus allen Branchen und diskutierten konkrete Umsetzungspläne.


- Arbeitslosigkeit bei 8,7%.
Die Arbeitslosigkeit lag laut der INDEC-Erhebung im 2. Quartal 2017 bei 8,7%, gegen 9,3% im gleichen Vorjahresquartal. Die Erhebung bezieht sich auf 32 städtische Bezirke, und wird dann auf das ganze Land hochgerechnet, was statistisch fragwürdig ist, da die Arbeitslosen auf dem Land und in kleinen Dörfern in die Großstädte zu gehen pflegen, um eine Beschäftigung zu erhalten. Das erklärt auch zum großen Teil die Bildung von Elendsvierteln in den Randbezirken von Buenos Aires und Rosario. Bei der Hochrechnung müsste somit von einer geringeren Arbeitslosigkeit außerhalb der Ballungsgebiete ausgegangen werden, womit die Gesamtarbeitslosigkeit niedriger wäre. Außerdem ist es in Landgebieten üblich, dass weniger Stunden pro Tag gearbeitet werden, abgesehen von bestimmten Perioden des Jahres, so dass auch die Einstufung von Unterbeschäftigten (die weniger als 35 Stunden pro Woche arbeiten) nicht zutrifft.


- Primäres Staatsdefizit im August: -30,4%.
Die Finanzen des Bundesstaates schlossen im August mit einem primären Defizit (ohne Zinsen) von $ 24,65 Mrd., 30,4% unter dem gleichen Vorjahresmonat, teilt das Schatzministerium mit. Die Einnahmen lagen mit $ 168,49 Mrd. um 30,5% und die Ausgaben mit $ 193,14 Mrd. um 17,4% über dem Vorjahr, was bei einer Zunahme des Indices der Konsumentenpreise von 23,1% in 12 Monaten zum August, eine starke reale Zunahme bei den Einnahmen und eine ebenfalls bedeutende reale Abnahme bei den Ausgaben zum Ausdruck bringt. Diese ist fast ausschließlich auf die Verringerung der Subventionen für Energie um 38,6% zurückzuführen.


- Wertberichtigung von Unternehmensaktiven.
Die Regierung hat zusammen mit dem Budget für 2018 ein Gesetzesprojekt im Kongress eingebracht, das sich auf Aufwertung von Immobilien u.a. Sachgütern von Unternehmen bezieht, so dass die Amortisationsquoten entsprechend steigen und der versteuerbaren Gewinn sinkt. Diese steuerliche Lösung des Inflationsproblems ist eventuell für Industrieunternehmen oder solchen mit bedeutendem Immobilienbesitz, günstiger als das System der Inflationsberichtigung der Steuerbilanzen, das von 1978 bis 1991 in Kraft war, bei dem die Berichtigung das Umlaufvermögen betraf. Für den Handel ist das alte System auf alle Fälle günstiger als das jetzt vorgesehene. Während das alte System ständig galt, handelt es sich jetzt nur um eine einmalige Berichtigung, bei der offensichtlich davon ausgegangen wird, dass die Inflation stark zurückgeht. Für den Fiskus ist das neue System viel günstiger als das alte.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
- Ein optimistisches Projekt über den Staatshaushalt für 2018.
Am Freitag der Vorwoche hat die Regierung das Projekt über den Haushalt des Bundesstaates termingerecht im Kongress eingereicht. Das Projekt fußt auf der Voraussetzung, dass die Inflation weiter zurückgeht und das Bruttoinlandsprodukt erneut zunimmt, wobei das Defizit leicht sinkt und die Staatsschuld weiter zunimmt. Die parlamentarische Diskussion soll jedoch verschoben werden, so dass sie nach den Wahlen stattfindet, eventuell erst im Dezember, was begreiflich ist, weil das Projekt schwierige politische Entscheidungen enthält, deren Diskussion die Wahlkampagne vergiften könnte.


- Die komplexe Energieproblematik.
Argentinien steht gegenwärtig sowohl bei der Förderung von Erdöl und Gas, wie bei anderen Energiequellen und der Stromwirtschaft im Allgemeinen vor einer schwierigen Lage, die einmal eine Erhöhung der Produktion von Erdöl und Gas erfordert, dann eine starke Zunahme der Kapazität von Wasserkraftwerken und schließlich auch eine starke Zunahme des Stroms aus Windkraftwerken und Sonnenanlagen. Doch all das erfordert hohe Investitionen, die durch die vorhandene Finanzierung begrenzt werden, Ebenfalls muss dabei das Kostenproblem beachtet werden. Die Energierechnung geht gesamthaft jedoch nur auf, wenn der Konsum rationeller gestaltet wird.

Develop Cámara Argentino Alemana Cámara de Comercio Argentino Austríaca