In dieser Ausgabe, Freitag 12. Juli 2019:

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TITELSEITE

Sorge um Merkel
Zitterattacken werfen fragen nach Gesundheit der Kanzlerin auf
Berlin (dpa) - Es ist schon wieder passiert - und wieder bei den Nationalhymnen. Angela Merkel atmet mehrfach tief ein, als sie am Mittwoch im Ehrenhof des Kanzleramts auf dem kleinen roten Podest neben Antti Rinne steht, dem neuen Regierungschef aus Finnland. Als ob sie merken würde, dass sich da etwas anbahnt. Schon bei den ersten Klängen der finnischen Nationalhymne beginnen ihre Beine leicht zu zittern. Das Schlottern steigert sich, bei der folgenden deutschen Hymne bebt der ganze Körper, die Kanzlerin schwankt leicht. Erst als Merkel geschlagene drei Minuten später gemeinsam mit Rinne die Ehrenformation der Bundeswehr abschreiten kann, ist es vorbei.

 

ARGENTINIEN

Gestorben
Er wird als großer Demokrat gewürdigt. Der frühere Präsident Fernando de la Rua ist am Dienstag im Alter von 81 Jahren verstorben. De la Rua führte das Land von Dezember 1999 bis Dezember 2001.

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INTERNATIONALES

Getestet
Kampf um die Kommission. Ursula von der Leyen hat sich im Europaparlament den Fraktionen vorgestellt. Nicht überzeugen konnte sie die Linken, die Grünen und die 16 deutschen Sozialdemokraten.

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HÜBEN UND DRÜBEN

Gekürt
Silber und Wasser - Deutschland hat zwei neue Welterbestätten. In Baku kürte die Unesco die Bergbau-Region Erzgebirge in Sachsen und Tschechien und das jahrhundertealte Augsburger Wassermanagement.

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SPORT

Gefordert
Giganten-Duell in Wimbledon. Im Halbfinale treffen der Schweizer Roger Federer und der Spanier Rafael Nadal aufeinander. Die Deutschen enttäuschten, für den Argentinier Guido Pella war im Viertelfinale Schluss.

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Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
Teurer Spaß
Trump nutzt Unabhängigkeitstag für militärische Machtdemonstration
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat die Feiern zum Unabhängigkeitstag in Washington für eine umstrittene militärische Machtdemonstration genutzt und die Nation zur Einheit aufgerufen. Trump trat am Donnerstagabend vergangener Woche auf einer von zwei Panzern flankierten Bühne am Lincoln Memorial in der US-Hauptstadt auf. „Mit dieser sehr besonderen Ehrenbezeugung für Amerika kommen wir heute als eine Nation zusammen“, sagte er. „Wir feiern unsere Geschichte, unser Volk und die Helden, die stolz unsere Flagge verteidigen - die tapferen Männer und Frauen des Militärs der Vereinigten Staaten.“

DEUTSCHSPRACHIGER RAUM
„Mehrere Anläufe zu Lübcke-Mord“
Auszüge aus widerrufenem Geständnis veröffentlicht
Karlsruhe (dpa) - Der Hauptverdächtige im Mordfall Lübcke hat laut seinem inzwischen zurückgezogenen Geständnis schon 2017 und 2018 je einen Anlauf zu der Tat unternommen. Mindestens zwei Mal sei Stephan Ernst bewaffnet zum Haus des Kasseler Regierungspräsidenten gefahren, dann aber wieder umgekehrt, hieß es am Montag aus Ermittlerkreisen in Deutschland. Hinterher sei er froh gewesen, Walter Lübcke nicht getötet zu haben, schrieben „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“), NDR und WDR am Sonntagabend.

MEINUNG
Erfolgreiche Drogenbekämpfung
Von Juan E. Alemann
Der Konsum von Rauschgift, vornehmlich Marihuana und Kokain, war in Argentinien bei Beginn der Demokratie im Jahr 1983 eine Ausnahmeerscheinung. Die Regierungen, die nacheinander kamen, haben bis zu der von Mauricio Macri das Problem nicht ernst genommen und einfach zugesehen, wie sich der Drogenhandel und Konsum in erschreckendem Umfang ausweitete.


Im Blickfeld: „Letzter Diktator Europas“
Von Ulf Mauder
Bei den gerade auch von deutschen Sportlern gefeierten Europaspielen in Minsk sah sich Weißrusslands Staatschef Alexander Lukaschenko wieder in seinem Element. Vergessen schien alle Kritik von Menschenrechtlern etwa an zwei gerade vollstreckten Todesurteilen und der Unterdrückung Andersdenkender. Stattdessen ließ sich der 64-Jährige, der vor 25 Jahren (am 10. Juli 1994) erstmals Präsident wurde, feiern. Das Land zwischen EU-Mitglied Polen und Russland sieht sich inzwischen ganz selbstbewusst als „letzte Diktatur Europas“.

ARGENTINIEN
Der politische Pilotenstreik
Flugverkehr in Ezeiza und Aereoparque lahmgelegt
Buenos Aires (AT/jea) - Am Freitag der Vorwoche haben die Gewerkschaften von Aerolineas Argentinas ganz plötzlich das Luftfahrtpersonal zu einer Protestversammlung gegen die Luftfahrtpolitik der Regierung aufgerufen. Daraufhin mussten um die fünfzig Flüge eingestellt werden, und ca 5000 Passagiere mussten stundenlang in den Flughäfen Ezeiza und Aeroparque warten, oder auf ihren Flug verzichten. Am Freitag gab es sehr viele Passagiere, weil ein langes Wochenende bevorstand, das bis zum Mittwoch reicht. Die Gewerkschafter haben für ihre Versammlung einen Zeitpunkt gewählt, der einen besonders großen Schaden verursacht.

SPORT
US-Frauen holen vierten WM-Titel
Rapinoe Matchwinnerin beim 2:0 gegen Niederlande
Lyon (dpa/mc) - Welch ein Triumph für Megan Rapinoe und die US-Fußballerinnen! Neben dem WM-Pokal räumte der vor Freude strahlende US-Superstar am Sonntag im französischen Lyon auch den Goldenen Ball für die beste Spielerin der Weltmeisterschaft und den Goldenen Schuh für die beste Torschützin ab. Nach dem 2:0 (0:0)-Triumph gegen die Niederlande ging es mit Champagner und Bier und den Goldmedaillen um den Hals für Rapinoe und ihre Teamkolleginnen in der US-Kabine hoch her.


Brasilien triumphiert
Rio de Janeiro (dpa) - Nach zwölf Jahren hat sich die Seleção wieder die Krone des Südamerikameisters aufgesetzt. In einem spannenden Spiel im legendären Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro schlug die brasilianische Fußballnationalmannschaft den überraschenden Final-Gegner Peru mit 3:1 (2:1) und gewinnt zum neunten Mal die Copa América. Bei der Siegesfeier auf dem Rasen ließen die Spieler ihren Trainer Tite hochleben, für das Foto mit dem Pokal mischte sich Staatspräsident Jair Bolsonaro unter die Mannschaft.


Messi sieht rot
São Paulo (dpa) - Lionel Messi kochte vor Wut, der fünfmalige Weltfußballer bockte wie ein kleines Kind. Während sich seine Teamkollegen am Samstagabend mit gequältem Lächeln ihre Medaillen für den dritten Platz bei der Copa América abholten, schmollte der mit Rot vom Platz geflogene Superstar irgendwo in den Katakomben der Arena Corinthians - und wetterte im Anschluss gegen so ziemlich jeden, der mit der für die Albiceleste sehr unglücklich verlaufenen Südamerikameisterschaft zu tun hatte.

FREIZEIT
Reisetipps für Österreich

WISSENSCHAFT
Aktiv auf Trab
Neun Tipps für geistige Fitness im Alter
Von Sabine Meuter
Bonn/Berlin - Erstmal hinsetzen. Erstmal ausruhen. Wer 40 Jahre und mehr gearbeitet hat, findet das vermutlich eine verlockende Vorstellung. Doch wer heutzutage bis ins hohe Alter geistig fit bleiben möchte, muss in Bewegung bleiben - in jeder Hinsicht. „Es geht darum, sich dem Leben mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten zuzuwenden“, sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. Neun Tipps, die grauen Zellen auf Trab zu halten, selbst unter grauen Haaren.


3000 Brötchen für die Wissenschaft
Große Nachfrage nach Urgetreide
Von Martin Oversohl
Die Nachfrage nach ursprünglichen Getreidesorten wächst. Aber es fehlt derzeit nicht nur an Masse, sondern auch an Wissen. Forscher der Universität Hohenheim wollen das ändern.

GEMEINSCHAFTEN
Spannende Wortgefechte bei „Jugend debattiert“ in Buenos Aires
Schüler/innen aus ganz Argentinien diskutieren auf Deutsch
32 Schüler und Schülerinnen von 16 Deutschen Schulen aus ganz Argentinien nahmen vor wenigen Tagen an der finalen Runde von „Jugend debattiert“ teil. Leidenschaftlich und mit großer Überzeugungskraft diskutierten sie über Themen wie Wahlpflicht in Argentinien oder öffentlicher Personentransport in Deutschland. Sieger wurde Franco Occhipinti von der Deutschen Schule Quilmes vor Lautaro Rodríguez Castello von der Deutschen Schule Ballester. Die beiden werden Argentinien beim Südamerika-Wettbewerb in Kolumbien vertreten.


Als ob Schuster mit Messi in einer Mannschaft spielte
Mit einem furiosen Trainingskick vor versammelter Schülerschaft besiegelt die argentinische Nationalmannschaft der Rollstuhlfußballer ihre Kooperation mit der Goethe Schule
Von Frank Forster
Wer in einem Fußballspiel nur den Kampf zweier Mannschaften zu sehen vermag, ist zu bedauern, denn er übersieht dabei seine Schönheit, die weit jenseits bloßer Ergebnisse und Klassifizierungen rangiert. Jeder, der einmal das Glück hatte, einen großen Spieler aus unmittelbarer Nähe beobachten zu dürfen, versteht, was es heißt, wenn angesichts einer plötzlich aufkeimenden Faszination für Bewegungsabläufe, Kreativität und Spielwitz alles andere unwichtig wird. Der Fußball ist etwas zutiefst Menschliches und lädt zu Genuss- und Glücksgefühlen ein, die – auch wenn dies für manche Ohren ketzerisch klingen mag – nicht allzu weit entfernt sind von denen, die einem der Besuch einer Ausstellung im MALBA oder eine Puccini Oper im Colón verschafft.


Drittes Treffen aller ausländischen Gemeinschaften
Eine Gruppe von 32 Vertretern aller ausländischen Gemeinschaften von Entre Ríos, die unter dem Namen Union de Colectividades de Entre Ríos (UCER) vereint sind, hat am 2. Juli in der historischen Manzana de las Luces der Stadt Buenos Aires an der offiziellen Ankündigung des 3. Nationalen Gemeinschaften-Treffens teilgenommen.

SEITE DER FRAU
Zeitgenössische Kunst ist die Aktualität
Gespräch mit den Kunsthistorikerinnen Silvia Dick Naya und Nora Arrechea
Von Helma Rissel
Oft liegt der Beginn dessen, was die Künstlerinnen Silvia Dick Naya und Nora Arrechea heute ausüben, schon in der Kindheit. Das trifft aber bei diesen beiden Frauen nicht zu, wenn auch die Liebe zur Kunst von Anfang an bestand. Nora studierte Geschichte und erst nach längerer Zeit begann sie sich auf Kunstgeschichte zu spezialisieren, vor allem auf Kritikerin der Kunst.

KULTUR
„Das ist der Engelskuss“
Georg-Büchner-Preis für Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss
Von Oliver Pietschmann
Darmstadt - Der Schweizer Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfuss (47) wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Er wird am 2. November in Darmstadt verliehen.


Kampf gegen das Vergessen
Filmproduzent Artur Brauner mit 100 gestorben
Berlin (dpa) - Artur Brauner, einer der erfolgreichsten Filmproduzenten im Nachkriegsdeutschland, ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie am Sonntagabend mit. Brauner sei friedlich eingeschlafen. Zuvor hatte das Boulevardblatt „Bild“ berichtet. Mit Filmen über den Holocaust kämpfte Artur Brauner sein Leben lang gegen das Vergessen.


Wohin man blickt – politische Metaphern
Der renommierte Kurator Fernando Farina spricht an der Goethe Schule über die 58. Ausgabe der Biennale in Venedig
Von Frank Forster
Natürlich ist sich der Kurator der diesjährigen Biennale, der Amerikaner Ralph Rugoff, darüber im Klaren, dass sein Motto „Mögest du in interessanten Zeiten leben“ in Wirklichkeit ein Fake ist und eben kein chinesischer Fluch, nach dem es unbedingt anzuraten sei, in reizlos-biederen Zeiten zu leben statt in turbulenten. Ein Blick auf die ausgestellten Werke lässt jedoch Zweifel daran aufkommen, ob die 79 teilnehmenden Künstler die Ironie der Titelwahl tatsächlich verstanden haben, so mahnend-plakativ, dringlich und zuweilen angestrengt wie das Gros ihrer Arbeiten daherkommt. Wem es gelungen ist, sich einen Überblick über die 90 Nationen-Pavillons in den Giardini im Stadtteil Castello und am Arsenale, der ehemaligen Schiffswerft, zu verschaffen, darf sich jedenfalls nicht wundern, wenn ihm nach einem sündhaft teuren Cappuccino auf der sonnendurchfluteten Terrasse des Lavena plötzlich das Bedürfnis nach dem nächstbesten Beichtstuhl überfällt – so arg ist einem zuvor ins Gewissen geredet worden.

WIRTSCHAFT
Radikaler Umbau der Deutschen Bank
Von Jörn Bender und Steffen Weyer
„Zeitenwende“, „radikalster Umbau seit Jahrzehnten“, „Wiederbelebung unserer traditionellen Werte“ - Christian Sewing legt die Axt ans Investmentbanking wie keiner seiner Vorgänger bei der Deutschen Bank. Zu groß, zu teuer, zu riskant. Der radikale Umbauplan, den die Deutsche Bank am Sonntag nach fünf Monaten Vorbereitung vorgelegt hat, ist auch eine Abrechnung.


Der konfliktive BIP-Coupon
Die Regierung hat die Klage des Geierfonds Aureliuns zurückgewiesen, die sich auf einen Trick bezog, den die argentinische Regierung vollzogen haben soll, als sie die Berechnung der Zunahme des Bruttoinlandsproduktes geändert hat, um eine Zahlung zu vermeiden. Dieser Fonds hatte Wachstumscoupons gekauft, die anlässlich der Umschuldung von 2005 ausgegeben worden waren, bei denen eine Zahlung erfolgte, wenn das BIP in einem Jahr über 3,22% stieg. Bei der ursprünglichen Berechnung, auf der Basis des Jahres 2003, hätte das Jahr 2014 eine Zunahme von 3,5% ausgewiesen, was eine Zahlung von u$s 3 Mrd. bedeutet hätte. Doch Wirtschaftsminister Axel Kicillof verfügte nach Bekanntgabe dieser Tatsache eine Änderung der Berechnungsbasis, und gelangte dabei auf eine Zunahme von 2,8%, sodass keine Zahlung erfolgte.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
Überlegungen zum Freihandelsabkommen Mercosur-EU
Von Juan E. Alemann
Der Abschluss des Freihandelsabkommens des Mercosur mit der Europäischen Union wurde, wie zu erwarten, in Argentinien zunächst stark politisiert, was besonders in einer Periode der Wahlkampagne nicht anders sein konnte, umso mehr als die zwei großen Gegner grundsätzlich entgegengesetzte Auffassungen über die Beziehung der argentinischen Wirtschaft zur Weltwirtschaft vertreten. Macri tritt für Öffnung und Integrierung in die Weltwirtschaft ein, Cristina und ihre Leute für Abschottung und begrenzte Öffnung, mit viel Protektionismus. Macri will das Zahlungsbilanzproblem mit höheren Exporten und Auslandsinvestitionen lösen, Cristina mit Substitution von importierten Produkten durch solche lokaler Fabrikation, und durch Verhinderung der Kapitalflucht.

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