In dieser Ausgabe, Freitag 18. August 2017:

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TITELSEITE

Rückenwind für Macri
Vorwahlen bestätigen Regierungslager / Wahl-Krimi in Provinz Buenos Aires
Buenos Aires (dpa/mc) - Präsident Mauricio Macri geht gestärkt aus den Vorwahlen zur bevorstehenden Parlamentswahl. Das Regierungslager gewann am Sonntag in mehreren der größten Wahldistrikte des Landes, unter anderem in der Hauptstadt. Die frühere Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner legte mit ihrer neuen Partei „Unidad Ciudadana“ (Bürgerliche Einheit) den Grundstein für ihr politisches Comeback als Oppositionsführerin. Sie schnitt aber schlechter ab, als erwartet.

 

DEUTSCHLAND

Begonnen
Wenige Wochen vor der Bundestagswahl sind Merkel und Schulz in die heiße Phase des Wahlkampfs gestartet. Im Fokus der Spitzenkandidaten: die Bosse der deutschen Autokonzerne.

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WISSENSCHAFT

Benannt
Der weltweit größte bekannte Dinosaurier, gefunden in 2012 Patagonien, hat nun endlich einen Namen: Patagotitan mayorum. Rund 70 Tonnen schwer soll das riesige Lebewesen gewesen sein.

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KULTUR

Beachtet
Goethes Faust ist nun auch als Tango zu sehen. Das Stück vereint zwei Tangotänzer und einen modernen Tänzer und spiegelt auf gekonnte Weise die neuen Generationen des Tangos wider.

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SPORT

Beschämt
Der Hamburger SV hat sich mal wieder im DFB-Pokal blamiert. Gegen zehn Drittliga-Kicker des VfL Osnabrück verloren die Hanseaten trotz 72-minütiger Überzahl mit 1:3. Peinlich.

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Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
- Eskalation bei Rassisten-Demo. Scharfer Gegenwind für Trump nach Äußerungen über Charlottesville.
New York (dpa) - US-Präsident Donald Trump schlägt nach seiner Gleichsetzung von rassistischen Gewalttätern und Gegendemonstranten in den USA eine Welle der Kritik aus Wirtschaft, Politik, Militär und Gesellschaft entgegen. Trump hatte beiden Seiten die Schuld an der Gewalt gegeben und gesagt, er wolle nicht moralisch urteilen.


- Nordkorea nähert sich „roter Linie“. Südkoreas Präsident besorgt / Militärische Option noch nicht vom Tisch.
Seoul/Peking (dpa) - Angesichts des verschärften Konflikts um das Atomprogramm Nordkoreas hat Südkoreas Präsident Moon Jae In den Nachbarn vor dem Überschreiten einer „roten Linie“ gewarnt. Dennoch äußerte sich Moon gestern in Seoul „zuversichtlich, dass es keinen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel geben wird“. Der US-Generalstabschef Joseph Dunford bekräftigte hingegen bei einem Besuch in Peking die Option eines Militäreinsatzes gegen Nordkorea.

MEINUNG
- Macri hat gesiegt.
Das Ergebnis der Primärwahlen vom Sonntag stellt einen klaren Sieg der Regierung dar. Diese sogenannten PASO-Wahlen sollten eigentlich nur interne Parteiwahlen sein, wie sie in anderen Ländern von den Parteien, ohne Mitwirkung der Regierung, durchgeführt werden. Die Regierung von Cristina K., die dieses System eingeführt hat, wollte eigentlich nur eine Blamage des Justizialismus vermeiden, der sich als eine Millionenpartei ausgibt, jedoch bei internen Wahlen, in denen nur diejenigen wählen, die einen Parteiausweis haben, wohl keine 20.000 Wähler zusammengebracht hätte. Parteien im echten Sinn, mit eingetragenen Mitgliedern, gibt es eben in Argentinien seit Langem nicht mehr.


- Im Blickfeld: SPÖ in größten Nöten. Von Matthias Röder und Christiane Oelrich.
Sie gilt schon jetzt als politischer Super-GAU. Die Festnahme eines engen politischen Beraters von Österreichs Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzenden Christian Kern wegen Korruptionsverdachts dürfte die Siegchancen der Sozialdemokraten bei den Wahlen im Oktober schmälern. Der ohnehin in den Umfragen weit führende ÖVP-Chef Sebastian Kurz kann sich die Hände reiben. „Wenn er keine Fehler macht, ist er nur noch schwer einzuholen“, ist Politikberater Thomas Hofer überzeugt. Mit Kurz käme ein Vertreter der strikten Anti-Migrationspolitik ins Amt, mit dem sich Angela Merkel dem Vernehmen nach nicht allzu gut versteht.

HINTERGRUND
- Der blutige Schnitt Pakistan und 70 Jahre Trennung von Indien. Von Christine-Felice Röhrs und Nick Kaiser.
Islamabad - Der Monsunregen prasselt vom Himmel und lässt die Fensterscheiben im alten Bus neblig anlaufen, als der Postmeister und die Akademikerin sich aufmachen in die Vergangenheit. Ihr Ziel sind zwei Dörfer an der pakistanisch-indischen Grenze, Bambanwala und Ghartel. Dort wollen Mohammad Hanif und Fakhra Hassan, freiwillige Helfer eines großen Geschichtsprojekts, Erinnerungen sammeln von Menschen, die vor 70 Jahren eine der größten politischen Umstürze und Migrationswellen der Weltgeschichte überlebt haben.


- Zersplittert, fanatisch, gefährlich. Charlottesville wirft grelles Schlaglicht auf Amerikas rechte Szene. Von Martin Bialecki.
Washington - Wohl nie zuvor waren Gruppierungen der extremen Rechten in den USA prominenter als in der Ära Donald Trumps. Die Zusammenstöße bei einer Rassisten-Demonstration in Charlottesville offenbarten am Wochenende ihren Fanatismus, ihre Militanz und ihren hohen Organisationsgrad. US-amerikanische „White Power“-Gruppierungen durchdringen und berühren sich, bilden aber keinen insgesamt geschlossenen Block einer „Weißen Macht“. Die rechte Szene ist zerfasert, ideologiegetränkt, unübersichtlich und gefährlich. Ein Blick auf den rechten Rand.

ARGENTINIEN
- Carrió die strahlende Siegerin. Das Macri-Lager schnitt in vielen Provinzen gut ab.
Buenos Aires (AT/mc) - Besonders stark präsentierte sich das Regierungslager in der Hauptstadt, wo Elisa Carrió, Macris Spitzenkandidatin für die Deputiertenkammer, 49,55 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Martín Lousteau, der vor zwei Jahren noch in die Stichwahl für die Bürgermeisterschaftswahl kam, war mit 13,05 Prozent weit abgeschlagen. Das zweitbeste Ergebnis verbuchte stattdessen der einstige Wissenschaftsminister Daniel Filmus (15,62%), der sich innerhalb der Kirchner-treuen Bündnisses „Unidad Porteña“ gegen seine Mitbewerber Guillermo Moreno (2,8%) und Itaí Hagman (2,3%) durchsetzte.


- Lob für Macris Reformen. US-Vizepräsident Pence zu Besuch in Argentinien.
Buenos Aires (AT/jea) - US-Vizepräsident Mike Pence kam am Montag zu einer Blitzvisite nach Argentinien, eigentlich nur, um Präsident Macri die volle Unterstützung von US-Präsident Donald Trump zu übermitteln. Er ging dabei so weit, die Führungsrolle von Macri in Lateinamerika hervorzuheben. Dies bedeutet, dass die US-Regierung die lateinamerikanischen Probleme zunächst mit der argentinischen besprechen wird. Ebenfalls versicherte Pence, dass die Vereinigten Staaten die Aufnahme Argentiniens in die OECD, den Klub der 35 Industriestaaten, unterstützen werde, was ein deutliches Vertrauensvotum darstellt.

LATEINAMERIKA
- Aufmarsch gegen Trump Venezuela: Maduro ordnet Militärmanöver an.
Caracas (dpa/mc) - Panzer, Flugzeuge und Raketen: Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat als Antwort auf die Drohungen von US-Präsident Donald Trump ein großes landesweites Militärmanöver angeordnet. „Der Boden Venezuelas ist heilig und sollte niemals von den Stiefeln der imperialistischen Yankees berührt werden“, rief Maduro vor Tausenden Anhängern in Caracas bei einer Kundgebung gegen Trump. Die Großübung mit Zehntausenden Soldaten und Zivilisten soll am 26. und 27. August stattfinden. Trump hatte zuletzt eine „militärische Option“ nicht ausgeschlossen, seither hat sich der Ton im Land deutlich verschärft.

SPORT
- Bolts trauriger Abschied.

- Versöhnlicher Abschluss.

TIPPS FÜR ENTDECKER
- Versteckte Bars in Buenos Aires. Von Michaela Ehammer.

HÜBEN & DRÜBEN
- “King of Rock‘n‘Roll”. Vor 40 Jahren starb Elvis Presley. Von Christina Horsten.
Memphis - Tanz-Parties, Fan-Treffen, Gedenk-Joggingrunden, Auktionen, Diskussionsrunden, Konzerte und Andachten mit Kerzenlicht: Seit 40 Jahren ist der “King of Rock‘n‘Roll” Elvis Presley tot, aber an seiner “Graceland”-Villa in Memphis wird es rund um seinen Todestag (16. August) wohl so trubelig zugehen wie nie zuvor. “Wir erwarten die größte Elvis-Woche aller Zeiten mit Fans aus der ganzen Welt, die die ultimative Pilgerreise unternehmen, um mit uns das Leben und die Legende von Elvis Presley auf ganz besondere Art und Weise zu feiern”, heißt es von den Organisatoren. Dutzende Veranstaltungen sind geplant.


- Spaß an Sprache vermitteln. Duden ist um 5000 Wörter reicher. Von Gisela Gross.
Berlin - “Noch weiter verbreitet als Hasskriminalität: kriminelle Schreibweise.” “Überhaupt nicht sexy: wenn Sie tindern falsch schreiben.” Mit einer Reihe von Werbesprüchen wie diesen weist der Duden in der nächsten Zeit auf seine um 5000 Stichwörter erweiterte Neuauflage hin. Die erschien am Mittwoch der vorigen Woche. Der Tonfall der Kampagne gibt den Kurs vor: Der Duden will weg vom Image des angestaubten Nachschlagewerks und auch Spaß an Sprache vermitteln. “Wir möchten zeigen, was man mit Sprache alles machen kann - eben nicht nur relativ dröge Wörterbücher”, sagt Redaktionsleiterin Kathrin Kunkel-Razum der Deutschen Presse-Agentur.

WISSENSCHAFT
- Stadtführer per Smartphone. Audio-Guides für die Hosentasche sind im Trend.
TBremen/Mainz (dpa/tmn) - Die Digitalisierung macht immer mehr Jobs überflüssig, heißt es. Gilt das in Zukunft auch für den typischen Touristenführer? Audio-Guides für das Smartphone verbreiten sich immer mehr. Lediglich eine Stimme im Ohr referiert hier noch über die Geschichte historischer Gebäude und Kunstwerke. Doch kann der Guide für die Hosentasche wirklich den Menschen vor Ort ablösen?


- Selbst gehäkelte Herzimplantate. Freudenthals Erfindung wird zum Exportschlager. Von Georg Ismar.
La Paz (dpa) - Bolivien, La Paz, 3600 Meter Höhe, das Mittelschichtviertel Obrajes. Am Eingang steht “Kardiozentrum”, doch die Herzklinik für Kinder ist nur ein kleiner Teil des Freudenthalschen Komplexes, der sich über eine halbe Straße erstreckt. Franz Freudenthal ist Kinderkardiologe, Ingenieur, Improvisateur und Erfinder in einer Person.


- „Zu gut für die Tonne“. Drei Tipps gegen Lebensmittelverschwendung.
Berlin (dpa/tmn) - Der Küchenschrank ist voll, aber statt der benötigten Nudeln liegen dort drei angebrochene Reispackungen. Die Joghurts im Kühlschrank gab es im Sonderangebot, aber niemand möchte sie essen. Es gibt viele Gründe, warum im Haushalt von einigen Lebensmitteln zu viel da ist und von anderen zu wenig. Spätestens wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, landet vieles schließlich im Müll.

GEMEINSCHAFTEN
- DWG 100 Jahre – Gemeinschaftsaufgabe im Rahmen sozialer Verantwortung.

KULTUR
- Reiche Filmernte und Überraschungen. Festival in Locarno zu Ende / Goldener Leopard an Alzheimer-Doku.
Locarno (dpa/AT/eha) - Ob unterm strahlenden Sternenzelt, ob im Regen oder in den Kinosälen: Locarno hat sich zum Jubiläum von seiner besten Seite gezeigt und vielfach schönsten Kino-Zauber entfaltet. Dennoch gab es beim Finale des 70. internationalen Filmfestivals reichlich Überraschungen. Der Hauptpreis, der Goldene Leopard, ist an die Dokumentation “Mrs. Fang” des chinesischen Regisseurs Wang Bing gegangen. Das gab die Jury unter Vorsitz des französischen Regisseurs Olivier Assayas am Samstag bekannt. Den Film, der das Sterben einer Alzheimer-erkrankten Frau beobachtet, finanzierten deutsche, französische und chinesische Produzenten.


- Kultur für Nachtschwärmer. 20. Geburtstag der “Langen Nacht”.
Berlin (dpa/AT/eha) - Beweisen lässt es sich natürlich nicht, aber die Berliner könnten drauf schwören: Die Lange Nacht der Museen wurde bei ihnen erfunden. “Unsere erste Lange Nacht vor zwanzig Jahren war der Urknall. Seither ist die Idee um die Welt gegangen”, sagt Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH. “Mehr als hundert Städte von Prag bis Paris, von Brüssel bis Buenos Aires haben unser Erfolgsmodell übernommen.”


- Kunstkenner auf vier Pfoten. “Dogumenta” in New York eröffnet.
New York (dpa) - Nashville ist am Anfang so aufgeregt, dass er gleich eine der ersten Skulpturen umwirft. Der schwarze Labrador hat sich über die Installation der Künstlerin Dana Sherwood hergemacht, in der Trockenfutter und Hundekuchen wie ein Süßwaren-Stillleben aus dem viktorianischen Zeitalter aufgetürmt sind. Jetzt wälzt er sich neben Eric Hibits gelbblauer Bubble-Skulptur. Willkommen zur “Dogumenta” in New York, der ersten Kunstausstellung für Hunde.


- „Green Film Fest“.
Buenos Aires (AT/eha) - Kultur im Einklang mit der Natur: Vom 24. bis 30. August heißt es Bühne frei für neue und internationale Filme mit Schwerpunkt Umwelt. Die 8. Ausgabe des „Festival Internacional de Cine Ambiental“, auch bekannt unter Green Film Fest, findet in diesem Jahr ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien, verantwortungsvoller Konsum, neue Recycling-Techniken, Klimawandel sowie Ressourcenverbrauch statt.

WIRTSCHAFT
- Kubas Zigarren- und Rumhersteller lauern auf US-Markt.
Dicke Zigarren und vollmundiger Rum gehören zu den beliebtesten Mitbringseln von Kuba-Touristen. Die Geschäfte laufen gut, dabei ist der größte Absatzmarkt USA vor der Haustür tabu. Die Kubaner hoffen nun auf ein Ende des US-Handelsembargos.


- Schweiz nimmt sich Zeit für Atomausstieg und eigene Energiewende.
Auch die Schweiz bekommt nun ihre Energiewende. Im Frühjahr besiegelten die Eidgenossen bei einer Volksabstimmung mit fast 60% Zustimmung den Atomausstieg. Künftig sollen - ähnlich wie beim großen Nachbarn Deutschland - vor allem erneuerbare Stromquellen Haushalte und Industrie versorgen. Allerdings ist noch offen, wann genau die fünf Nuklearmeiler vom Netz gehen.


- Erfolgreiche Lebac-Ausschreibung.
Nachdem am letzten Dienstag ein Betrag von $ 534,98 Mrd. von einem Gesamtbestand von $ 942 Mrd. an Lebac-Wechseln der ZB verfiel (56,8%), bestand eine große Sorge über das Ergebnis der Ausschreibung, die zur Erneuerung der Wechsel stattfand. Doch das für die Regierung sehr gute Ergebnis der PASO-Wahlen hat sich auch hier ausgewirkt und eine kleine Katastrophe verhindert.


- Die Sorge um die vielen Arbeitsprozesse.
Präsident Mauricio Macri ist sich bewusst, dass er bei der Arbeitsgesetzgebung und der Praxis der Richter Änderungen durchführen muss, um die Arbeitskosten senken zu können, ohne dass dies Löhne und Gehälter betrifft. Dadurch soll die Konkurrenzfähigkeit Argentiniens verbessert werden, und ebenfalls soll dabei die Beschäftigung erhöht und die Arbeitslosigkeit verringert werden. Arbeitsminister Triaca erklärte, die Regierung werde nach den Oktoberwahlen an dieses Thema herangehen und einzelne Vorschläge zur Diskussion stellen.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
- Die Wirtschaft hat für Macri und gegen Cristina gestimmt.
Als Cristina Fernández de Kirchner sich am 6. Juni 2017 als Senatskandidatin für die Provinz Buenos Aires aufstellte, und Umfragen ihr danach eine große Zahl von Stimmen bei den PASO-Wahlen gaben, mehr als die der Regierungskoalition Cambiemos, hatte dies sofort eine verheerende Wirkung auf die Wirtschaft. Die sogenannte Landesrisikorate (Differenz der Rendite argentinischer Staatstitel in Dollar gegenüber den US-Schatzscheinen) stieg sofort um 70 Basispunkte (gleich 0,7 Prozentpunkte), und die Wirtschaft wurde paralysiert. Investitionsvorhaben, allerlei Geschäfte und auch wirtschaftliche Entscheidungen von großen und kleinen Unternehmern, auch der Konsumenten, wurden zunächst aufs Eis gelegt. Die Börse fiel, und auf dem Devisenmarkt trat eine große Dollarnachfrage auf, vorwiegend wegen Kapitalflucht (was auch Käufe von Dollarnoten einschließt), die zu einem Kurssprung führte und die ZB zwang, Devisenreserven zu opfern. Die aufstrebende Konjunktur, die in den letzten Monaten eingesetzt hatte, drohte zu erlahmen. Allein die Möglichkeit einer Rückkehr von Cristina Kirchner, oder auch nur einer stärkeren Einflussnahme auf das politische Geschehen, wirkten paralysierend. Dies überschattete auch die Macri-Regierung, die bei ihren Entscheidungen gehemmt würde, und im Parlament noch mehr Schwierigkeiten haben würde als sie jetzt schon hat. Womit dann die Aussichten für ein Comeback von Cristina im 2019 steigen würden.


- Die missverstandene Landwirtschaft.
Argentinien lebt von seiner Landwirtschaft, doch die Politik wird vorwiegend von der städtischen Bevölkerung bestimmt, die ihr Einkommen auf Kosten der Landwirtschaft erhöhen will. Dabei pflegen populistische Regierungen, wie die der Kirchners, dies in extremer Form zum Ausdruck zu bringen, wie es 2008 beim Konflikt mit den Landwirten krass zum Ausdruck aufgetreten ist. Und auch bei den PASO-Wahlen vom Sonntag ist dieses Thema unterschwellig aufgetreten, mit den vielen Stimmen für Cristina K. in armen Vororten der Stadt Buenos Aires, wo die Menschen ein höheres Einkommen anstreben, auch auf Kosten der Landwirtschaft.

Develop Cámara Argentino Alemana Cámara de Comercio Argentino Austríaca