In dieser Ausgabe, Freitag 24. Mai:

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TITELSEITE

Staatskrise in Österreich
Koalitionsbruch nach Skandal-Video / Übergangsregierung im Amt
Wien (dpa/mc) - Die Video-Affäre um die bisherige Regierungspartei FPÖ hat Österreich wenige Tage vor der wichtigen Europawahl in eine schwere Staatskrise getrieben. Auch der Sturz von Kanzler Sebastian Kurz scheint möglich. Am Montagabend kündigte die FPÖ an, dass alle ihre Minister die Regierung verlassen werden. Die rechte Partei reagierte damit auf die vorherige Ankündigung des Kanzlers, den Bundespräsidenten um die Entlassung von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) zu bitten.

 

ARGENTINIEN

Peronistisch
Cristina Kirchner hat ihre Kandidatur für das Amt der Vizepräsidentin angekündigt. Bei der Wahl am 27. Oktober will sie mit ihrem einstigen Kabinettschef Alberto Fernández kandidieren.

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MEDIZIN

Kritisch
In Argentinien gibt es einen großen Pflegekräftemangel. Auf 10.000 Bewohner kommen lediglich 4,24 Pflegerinnen und Pfleger. Das ist eine der niedrigsten Raten in der gesamten Region.

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KULTUR

Filmisch
Um seine Trilogie „Streetscapes“ vorzustellen, weilt der Berliner Künstler und Filmemacher Heinz Emigholz derzeit in Buenos Aires. Im Gespräch mit dem Tageblatt erläuterte er seine Arbeit.

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SPORT

Bayerisch
Der FC Bayern hat zum 29. Mal die deutsche Fußball-Meisterschaft gewonnen. Morgen kann das Kovac-Team durch einen Sieg im Pokalfinale gegen Leipzig das Double perfekt machen.

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Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
Die Europawahl hat begonnen
Sorgen vor Populisten und Brexit-Drama
Brüssel/London/Amsterdam (dpa/nk) - Die Europawahl hat begonnen - begleitet von Sorgen über ein Erstarken rechter Populisten und einer Zuspitzung der Brexit-Krise. Als Erste stimmten am Donnerstag die Niederländer und die Briten ab, obwohl Letztere die Europäische Union Ende Oktober verlassen wollen. Bis zum Sonntag können bei der Superwahl rund 418 Millionen Menschen in den 28 EU-Mitgliedsstaaten 751 neue EU-Abgeordnete bestimmen.


Weg vom Fenster?
Spekulationen über May-Rücktritt
London (dpa/nk) - Die britische Regierung will heute nun doch nicht den Entwurf für das Gesetz zum Brexit-Abkommen vorlegen. Der Rückzieher fachte Spekulationen an, Premierministerin Theresa May stehe kurz vor dem Rücktritt. Bereits heute könnte sie ein Datum für ihren Abschied bekannt geben, berichteten britische Medien. Unklar war zunächst, ob sie mit sofortiger Wirkung zurücktreten wird oder noch eine Gnadenfrist bekommt. Außenminister Jeremy Hunt sagte, er erwarte, dass May beim geplanten Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump (3.-5. Juni) noch im Amt sein werde.

DEUTSCHSPRACHIGER RAUM
Alles Gute zum Geburtstag
Deutschland feiert 70 Jahre Grundgesetz
Berlin (dpa) - Zum 70. Jahrestag der deutschen Verfassung hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürger dazu aufgerufen sich aktiv in die Gestaltung des Landes einzumischen. “Im Grundgesetz steht nicht „Alles Gute kommt von oben“, sondern da steht „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“, sagte er am Donnerstag in Berlin. Zugleich forderte Steinmeier eine Versachlichung der öffentlichen politischen Debatte in Deutschland. „Bei aller Freiheit und selbst im Eifer des Streits muss etwas gewahrt bleiben das sich vielleicht in zwei Begriffen zusammenfassen lässt: Anstand und Vernunft. Ohne Anstand und Vernunft gelingt keine demokratische Debatte“, sagte Steinmeier.

MEINUNG
Die Überraschung
Von Juan E. Alemann
Nachdem alle Welt auf die Entscheidung von Cristina wartete, ob sie sich als Präsidentschaftskandidatin antritt oder nicht, hat sie eine Alternative hervorgezaubert, an die überhaupt nicht gedacht wurde: Sie stellt sich als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft auf und Alberto Fernández als Präsidentschaftskandidat. Was sie damit beabsichtigt, hat sie nicht gesagt, so dass jetzt allerlei Interpretationen aufkommen.


Im Blickfeld: Hopp und Ex
Von Stefan Kuhn
Austria, Ibiza - schaut man sich die Reaktionen auf die österreichische Regierungskrise an, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. War das ein Lehrstück dafür, dass man mit Rechtspopulisten keine Regierungskoalitionen eingehen darf, weil diese demokratische Grundprinzipien aushöhlen wollen, und sich dem Meistbietenden anbiedern? Haben bei der Aufdeckung des Skandals etwa ausländische Geheimdienste ihre Hand im Spiel gehabt, die das erfolgreiche konservativ-nationale österreichische Regierungsprojekt torpedieren wollen? Die Bandbreite der Kommentare ist enorm, ihre Aussagen sind zum Teil mehr als krass. Die Wahrheit dürfte viel banaler sein: Da wurde ein machtgieriger rechtspopulistischer Politiker Opfer seiner eigenen Blödheit. Oder seiner Schwächen: Macht, Frauen und Alkohol.

HINTERGRUND
Skandal-Video in Österreich
Was wir wissen - und was nicht Von Michael Kirner und Sebastian Fischer

ARGENTINIEN
Neue Leitung der Seidel-Stiftung
Klaus Georg Binder übernimmt Büro in Buenos Aires
Buenos Aires (AT/mc) - Neue Leitung bei der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) in Buenos Aires: Mit Klaus Georg Binder übernimmt ein langjähriger Lateinamerika-Experte die Geschäfte des Büros der CSU-nahen Einrichtung in Buenos Aires. Der 59-jährige Professor der Volkswirtschaftslehre löst Mariella Franz ab, die die Repräsentanz am Río de la Plata seit 2010 maßgeblich mit aufgebaut hatte, nun aber als Juristin in eine Rechtsanwaltskanzlei gewechselt ist.

SPORT
WM mit 32 Teams
Zürich (dpa) - Die Mammut-WM muss warten: Die Erhöhung der Teilnehmerzahl der Fußball-WM 2022 in Katar von 32 auf 48 Mannschaften ist vom Tisch.


K.o. im Viertelfinale
Bratislava (dpa) - Deutschlands Eishockey-Team ist im WM-Viertelfinale ausgeschieden. Trotz einer lange guten Leistung verlor die DEB-Auswahl mit 1:5 (0:0, 1:1, 0:4) gegen Tschechien.

FREIZEIT
Endlich wieder Locro!
Wohin zum traditionellen Eintopfessen am 25. Mai?
Von Nicole Klostermann
Buenos Aires (AT) - Passend zum Herbst ist er wieder da: Der 25. Mai, oder unter der Hand auch „Locro-Tag“ genannt. Auch wenn der diesjährige Nationalfeiertag auf einen Samstag fällt und uns dieses Jahr leider kein freier Arbeitstag geschenkt wird, heisst es „ran an die Töpfe“! Denn Argentiniens herzhaftes Nationalgericht Locro darf traditionell an diesem Tag auf keinem Teller fehlen.

HÜBEN & DRÜBEN
Fast endloser Jubel und tödliche Kritik
150 Jahre Wiener Staatsoper
Von Matthias Röder
Ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde und der Selbstmord des Architekten nach Presse-Kritik: Um die Wiener Staatsoper ranken sich viele Geschichten - auch die eines legendären Proteststurms.

WISSENSCHAFT
Mikroben für die Welt
Auf der Suche nach Mikroorganismen schaut die Welt nach Braunschweig
Braunschweig (dpa/nk) - Sie haben Unmengen an Bakterien, Pilzen und Viren im Haus - und sind auch noch stolz darauf. Die Braunschweiger Forscher kommen richtig ins Schwärmen, wenn sie über ihre Sammlung berichten. Auf den ersten Blick unscheinbare Kellerräume im Süden der Stadt bezeichnen sie als „Schatztruhen für die Wissenschaft“. Denn hinter schweren gesicherten Eisentüren lagern Mikroben mit Millionenwert. In diesem Jahr feiert das Leibniz-Institut DMSZ (Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen) sein 50-jähriges Bestehen.


Am langen Arm verhungert?
90 Tage Aufschub für Huawei bei Google-Sperre
Washington/Peking (dpa/nk) - Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich zumindest bis Mitte August keine Gedanken über Software-Updates und Google-Apps machen. Die US-Regierung lockerte die erst vergangene Woche verfügten strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Konzern. Für zunächst 90 Tage sind nun einige Geschäfte mit Huawei erlaubt. Dabei geht es vor allem um die Versorgung bereits ausgelieferter Smartphones sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik.


Geisternetze in Nord- und Ostsee
Tödliche Bedrohung für Meerestiere
Eckernförde (dpa/nk) - Meter um Meter zieht die Winde des Kutters das Fischernetz aus der Ostsee. Vor lauter Seetang, Rotalgen und Miesmuscheln ist das mehr als 80 Meter lange Geisternetz gut verborgen. Aktivisten der Umweltstiftung WWF fischen mit Hilfe von Tauchern und Fischern binnen weniger Stunden gleich drei Geisternetze aus dem Wasser. „Darin können sich Meerestiere verfangen und ertrinken oder ersticken“, sagt Meeresbiologin Gabriele Dederer.

KULTUR
Wie er wurde, was er ist
Mario Vargas Llosas liberales Plädoyer
Berlin (dpa/nk) - Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa ist ein streitbarer Literat. Wenn er nicht gerade an einem neuen Roman schreibt, verfasst er Kolumnen für die spanische Tageszeitung „El País“ oder redet auf Kongressen. Oft schießt er dann scharf gegen lateinamerikanische Linkspopulisten oder katalanische Separatisten. Mit seinen entschieden liberalen Positionen hat er sich im Laufe der Jahrzehnte unter linken Intellektuellen viele Feinde gemacht. Einst war der 83-Jährige selber mal ein Linker, aber das ist lange her.


Hat ihn wieder keiner bemerkt?
Banksy gibt in Venedig Rätsel auf
Venedig (dpa/nk) – Es wurde auch langsam wieder Zeit. Unsere Faszination mit dem britischen Streetart-Künstler Banksy wird der aufmerksame Tageblatt-Leser vielleicht schon bemerkt haben. Hat sich der berühmte Künstler nun heimlich zur Biennale von Venedig geschlichen - und niemand hat es gemerkt? Banksy hat nach Darstellung auf seinem Instagram-Account in der italienischen Stadt während der Eröffnung der Kunstschau in der Nähe vom Markusplatz einen Straßenstand aufgebaut. Zu sehen sind mehrere Gemälde, die sich zu einem großen Kreuzfahrtschiff zusammenfügen. Daneben steht ein Schild mit dem Titel „Venice in Oil“ - eine Referenz an die Verschmutzung durch Kreuzfahrtkolosse in Venedig.


Ovationen in Cannes
Euphorische Reaktionen für „A hidden life“
Cannes (dpa/nk) - Die begeisterten Reaktionen auf die deutsche Koproduktion „Ein verborgenes Leben („A hidden life“), hat Hauptdarsteller August Diehl stark berührt. Nach der Premiere beim Filmfest Cannes gab es minutenlange Standing Ovations - deutlich länger als bei den meisten Filmen. „Das war der vielleicht emotionalste Moment meines Berufslebens“, sagte der deutsche Darsteller Diehl.

WIRTSCHAFT
USA und Schweiz hängen deutsche Pharmabranche ab
Lukrative Krebsarzneien kommen oft aus den USA oder der Schweiz. Auch deshalb hinken deutsche Pharmakonzerne den weltweiten Schwergewichten hinterher. Dafür zeigen sich die hiesigen Vertreter außergewöhnlich innovativ.


Daimler stellt Weichen für die Zukunft
Die Ära endet mit einem Lächeln und einer kleinen Verbeugung. Nach mehr als 13 Jahren an der Spitze hat sich Dieter Zetsche als Vorstandschef bei Daimler verabschiedet. Unter Führung des 49 Jahre alten Schweden Ola Källenius geht der Stuttgarter Autobauer nun in das „Projekt Zukunft“, einen umfassenden Konzernumbau, der Daimler in der sich wandelnden Branche schneller und flexibler machen soll. Zum Abschied betonte Zetsche noch einmal die Notwendigkeit eines strikten Sparkurses. „Alles steht auf dem Prüfstand“, sagte der 66-Jährige bei der Hauptversammlung in Berlin.


Staatsfinanzen im April: primärer Überschuss und Gesamtdefizit
Die Staatsfinanzen schlossen April mit einem primären Überschuss von $ 499 Mio., der sich mit einem Defizit von $ 10,34 Mrd. Im gleichen Vorjahresmonat vergleicht. Doch die Zinslast betrug im April 2019 $ 66,57 Mrd., gegen $ 33,12 Mrd. im gleichen Vorjahresmonat (+101%), so dass sich gesamthaft ein echtes, finanziell benanntes Defizit von $ 66,07 Mrd. ergibt, das 52% über dem vorjährigen Defizit von $ 41.56 Mrd. liegt.


Erdölforschung auf dem Meeresgrund
Die Regierung hat 13 Unternehmen eine Konzession zugeteilt, um nach Erdöl- und Gasvorkommen auf dem Meeresgrund zu forschen und es bei Erfolg zu fördern. Die Unternehmen haben sich dabei zunächst zu Investitionen von u$s 724 Mio. verpflichtet, wobei der Betrag noch stark steigt, wenn größere Lager entdeckt werden und eine Ausbeutung in großem Ausmaß beginnt. Die Zuteilung erfolgte an folgende Firmen: YPF, Wintershall, Tecpetrol, Total, Pluspetrol, Shell, British Petroleum, Equinor, Qatar Petroleum, Exxon Mobil, ENI, Mitsui und Tullow.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
Eine ungewisse Zukunft und keine Lösungsvorschläge
Von Juan E. Alemann
Die wirtschaftliche Lage ist unbefriedigend, was der Macri-Regierung nach den dreieinhalb Jahren, die sie schon im Amt ist, ein schlechtes Zeugnis ausstellt und politisch verheerend wirkt. Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnet einen Rückgang, der im 1. Quartal 2019 im interannuellen Vergleich um die 5% liegen dürfte, die Industrieproduktion ist stark zurückgegangen, die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, das reale Einkommen der Bevölkerung ist stark gesunken, viele Kleinunternehmen mussten aufgeben, und größere haben sich der Krisenregelung angepasst und Teile der Belegschaft für eine bestimmte Zeit bei Zahlung eines Teils des Lohnes ausgespannt. Angesichts dieser Tatsachen ist die miese Stimmung begreiflich.


Ethik als Bestandteil der Wirtschaftsordnung
Von Juan E. Alemann
Bei den gerichtlichen Verfahren, die die ehemalige Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und ihre Bande betreffen, geht es um mehr als die Achtung der Rechtsordnung, die für alle gleichermaßen gelten muss, ohne Ausnahmen. Es handelt sich bei der Korruption auch um eine Störung des wirtschaftlichen Ablaufs, und letztlich um eine Behinderung des Wachstums und eines besseren Wohlstandes. Es geht dabei nicht nur um den Betrag, der dabei gestohlen wird, sondern um das falsche Signal, dass die Korruption der Gesellschaft, und besonders den Unternehmern stellt, sodass man Geld nicht durch Leistung, Ausbildung, Effizienz, Innovation und Investitionen verdient, eventuell auch dank glücklicher Umstände, sondern durch Regierungsentscheidungen und Betrug am Staat. Und das behindert das Wachstum.

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