28. 03. 2025

La Mañana de Neuquén

Neuquén Daniel González ist stellvertretender Minister für Energie und Bergbau in der Regierung von Javier Milei. Am Mittwoch referierte er bei Vaca Muerta Insights 2025, dem Energiemeeting der Verlagsgruppe La Mañana de Neuquén, zu der auch das Argentinische Tageblatt gehört. Das Thema: “Der Fahrplan der Regierung von Javier Milei für Argentiniens Energie“. Danach stellte er sich den Fragen aus dem Publikum und der Veranstalter.

Der Startpunkt seines Vortrags war – wie kaum anders zu erwarten – das RIGI, eines der Vorzeigeprojekte der Regierung. Zur Erinnerung: RIGI ist die spanische Abkürzung für Régimen de Incentivo para Grandes Inversiones. Die Regierung Milei hatte das sogenannte Förderprogramm für Großinvestitionen im August 2024 ins Leben gerufen.

“Unter RIGI sind heute bereits elf Projekte beantragt. Zwei davon wurden bereits genehmigt”, erklärte González. “Unser Ziel ist es, die Marktvoraussetzungen für diese Art von Investitionen zu schaffen – Investitionen, die unter der Vorgängerregierung vom Staat übernommen und damit umso teurer ausgefallen wären. Die Anreize für einen funktionierenden Markt zu gewährleisten bringt es für uns deshalb mit sich, dass die Midstream-Unternehmen die Arbeiten für die Transportinfrastruktur tragen werden”, unterstrich er.

Daniel González, viceministro de Energía y Minería de la Nacion, Vaca Muerta Insights, 2025
Daniel González bei Vaca Muerta Insights 2025. (Foto: LMN)

Auf die Frage, welche Themen derzeit für das ambitionierte Projekt am schwersten wiegen, antwortete González: “Wir dürfen nicht den Fehler machen, die Ressource als Ausgangspunkt und nicht als Ziel zu betrachten. Und ich denke, dass wir manchmal den Fokus verwechseln. Wir haben Ressourcen für Generationen. Aber die Ressource ist auch nicht mehr oder weniger als ein Commodity. Das heißt: Wenn wir nicht die Effizienz immer im Auge behalten, sind wir schnell raus aus dem Geschäft. Denn wenn die Rentabilität sinkt, sinkt auch das Tempo und die Entwicklung.”

Der globale Wettbewerb

Nach seiner Einschätzung zur Lage auf dem globalen Energiemarkt befragt, scheute sich González nicht, die derzeitige Politik der US-Regierung zu begrüßen. “Ich bin beeindruckt davon, wie sehr sich die globale Agenda in den letzten Monaten verändert hat. Unter der Regierung von Donald Trump wurden Kohlenwasserstoffe aufgewertet. Der Sektor hat ein Maß an Rationalität erhalten, das er vorher nicht hatte. Das ist positiv für Argentinien”, erklärte González.

In diesem Zusammenhang betonte der Vizeminister: Argentinien ist zurück auf der (Energie-)Landkarte. Und das ist vor allem auf die Anziehungskraft zurückzuführen, die (Javier) Milei auch mit Initiativen wie dem RIGI wecken konnte. Die Nachfrage zeigt, dass diese Förderprogramme für die Welt heute von hoher Relevanz sein können. Aber auch, dass diese Welt heute das nachfragt, was wir hier zu bieten haben – zum Beispiel LNG.”

Nicht mehr als ein Korsett”

González widmete einen Teil seines Vortrags dem umstrittenen Plan Gas. Die Vorgängerregierung unter dem damaligen Präsidenten Alberto Fernández hatte die Vorgabe im Jahr 2021 eingeführt. Ziel war es, durch teils umstrittene Anreizprogramme für Erzeuger die Versorgung des Landes mit Erdgas sicherzustellen.

“Heute ist er nicht mehr als ein Korsett”, sagte González. “Doch wir werden ihn einhalten. Ob es uns gefällt oder nicht – es ist eine Norm, auf deren Grundlage die Unternehmen Investitionen geplant haben, und wir werden ihn einhalten.” Er ließ jedoch durchblicken, dass Änderungen notwendig sein könnten, “wenn wir eine freiere und marktorientiertere Industrie haben wollen”.

González erklärte zudem, dass es bald Fortschritte im Bereich der Wasserkraft geben werde: “Wir werden in Kürze die auf Halde liegenden Ausschreibungen aktivieren. Zunächst aber wollen wir uns mit den Provinzregierungen zusammensetzen, um ihnen die Geschäftsidee zu erläutern. Denn es muss etwas dabei herauskommen, das für uns alle funktioniert”, kündigte er an.

Wer ist Daniel González?

Daniel González trat im September 2024 sein Amt als Sekretär für die Koordinierung von Energie und Bergbau in der Regierung Milei an. Schwerpunkt seiner Tätigkeit: dem Energieministerium eine marktorientierte Ausrichtung zu geben. Die notwendige Erfahrung brachte er aus einer langen Laufbahn im Finanz- und Energiesektor mit ins Amt.

Nach seinem Abschluss in Betriebswirtschaftslehre an der katholischen Universität UCA war der heutige Minister unter anderem als Geschäftsführer für die Bank Merrill Lynch/Bank of America in Buenos Aires und New York tätig, bevor er zum Öl- und Gaskonzern YPF (Yacimientos Petrolíferos Fiscales) wechselte.

Nach der Verstaatlichung des Ölkonzerns im Jahr 2012 stieg González schnell in Führungspositionen von YPF auf. Er übernahm zunächst die Position des CFO, dann des Interims-CEO und schließlich des CEO. Heute verfolgt González vom Regierungssitz aus ehrgeizige Zukunftspläne: “Im Jahr 2030 werden wir eine Million Barrel Öläquivalent pro Tag exportieren. Und auch bei Mineralien wollen wir das Produktionsvolumen von heute 4 Milliarden US-Dollar auf 30 Milliarden US-Dollar steigern”, erklärte er vor einigen Wochen ganz im Einklang mit seinem Chef, Javier Milei.

Javeir Milei, YPF, Vaca Muerta
Staatspräsident Javeir Milei bei einem Besuch der Förderstellen von YPF in Vaca Muerta. (Foto: LMN)

González sieht den Rohstoffsektor als einen der großen Wachstumsmotoren des Landes in den nächsten Jahren – insbesondere bei LNG (im Englischen: Liquified Natural Gas). Flüssiggas stelle eine der Wege dar, das Gas aus Vaca Muerta erfolgreich und schnell in die Wertschöpfungskette zu bringen. Er äußerte sich hoffnungsvoll, dass Argentinien in der Lage sein werde, in großem Umfang zu exportieren – und dass derzeit schwer abzusehen sei, wo die Obergrenze liege.

Nicht zu vergessen: das Potenzial der Kupfer- und Lithiumprojekte, die bereits im Rahmen des RIGI in der Entwicklung sind. In jedem Fall machte González vor dem voll besetzten Saal in Neuquén deutlich, dass 2025 – seiner Meinung nach – eine entscheidende Phase für den argentinischen Energiesektor sein wird. Bleibt abzuwarten, ob der Markt auf ihn hört.

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