11. 06. 2026

Die zweite Folge von „Mate mit Hans-Dieter“, der neuen Podcastreihe der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und des Argentinischen Tageblatts, widmet sich einem Thema, das sowohl Argentinien als auch aktuell Deutschland beschäftigt: dem Wohnungsmarkt und den Auswirkungen staatlicher Regulierung auf Angebot, Preise und Lebensqualität.

Die neue Folge des Podcasts ist hier verfügbar

Moderiert wird der Podcast erneut von Carolina Iglesias vom Argentinischen Tageblatt. Dr. Hans-Dieter Holtzmann, Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Südamerika, analysiert in der neuen Episode die tiefgreifenden Veränderungen des argentinischen Mietmarktes seit dem Amtsantritt von Präsident Javier Milei – und zieht dabei auch Parallelen zur aktuellen Debatte in Deutschland.

Warum Wohnungen trotz Wohnraummangel leer standen

Als Hans-Dieter Holtzmann im Oktober 2023 kurz vor der Präsidentschaftswahl nach Buenos Aires kam, war die Suche nach einer Wohnung nahezu unmöglich. Obwohl Wohnraum vorhanden war, standen zahlreiche Wohnungen leer. Der Grund hierfür lag vor allem in der starken Regulierung des Mietrechts unter der vorherigen peronistischen Regierung.

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Der argentinische Wohnungsmarkt veränderte sich innerhalb weniger Monate grundlegend.

In einem Umfeld von Hyperinflation, Währungsverfall und wirtschaftlicher Unsicherheit waren Vermieter kaum bereit, Wohnungen zu vermieten. Mietpreise konnten nur eingeschränkt an die Inflation angepasst werden, Verträge unterlagen starren gesetzlichen Vorgaben und mussten in argentinischen Pesos abgeschlossen werden – obwohl viele Menschen ihr Einkommen sofort in US-Dollar umtauschten.

Die Liberalisierung unter Milei

Mit der umfassenden Deregulierungsoffensive der Regierung Milei wurde das Mietrecht Anfang 2024 vollständig liberalisiert. Vermieter und Mieter können seither Laufzeiten, Währungen und Anpassungsklauseln frei vereinbaren.

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Trotz Wohnraummangels standen in Buenos Aires zahlreiche Wohnungen leer.

Die Auswirkungen waren unmittelbar sichtbar: Das Angebot an Wohnungen auf den großen Immobilienplattformen in Buenos Aires vervielfachte sich innerhalb weniger Monate. Die Entwicklung erinnerte viele Beobachter an die Währungsreform 1958 unter Ludwig Erhard in Deutschland, als plötzlich über Nacht Waren in den Schaufenstern auftauchten, die zuvor gar nicht oder nur auf Schwarzmärkten erhältlich waren.

Gewinner, Verlierer und neue Anreize

Die Podcast-Folge zeigt jedoch auch, dass wirtschaftliche Reformen Gewinner und Verlierer hervorbringen können. Während die Mietpreise für Neuverträge aufgrund des größeren Angebotes an Wohnungen zunächst deutlich langsamer stiegen als die Inflation, mussten viele Altmieter bei Vertragsverlängerungen höhere Belastungen akzeptieren.

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Die Liberalisierung des Mietrechts setzte neue Investitionsanreize.

Gleichzeitig führte der Abbau staatlicher Energiesubventionen zu steigenden Nebenkosten für private Haushalte. Dennoch schuf die Liberalisierung neue Anreize für Investitionen, Energieeffizienz und ein größeres Wohnungsangebot.

Was Deutschland aus Argentinien lernen kann

Besonders relevant ist die Debatte auch für Deutschland. Während Argentinien das Mietrecht dereguliert hat, diskutiert die deutsche Politik derzeit über weitere Mietpreisgrenzen und sonstige Regulierungen.

Die Erfahrungen aus Argentinien verdeutlichen jedoch, dass gut gemeinte Eingriffe häufig unbeabsichtigte Folgen haben können. Wenn Vermieten wirtschaftlich unattraktiver wird, sinkt langfristig auch das Angebot an Wohnraum.

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Mehr Regulierung bedeutet nicht automatisch mehr bezahlbaren Wohnraum.

In Städten wie Berlin ist die Wohnungsnot längst zu einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Standortnachteil geworden. Die zweite Folge von „Mate mit Hans-Dieter“ argumentiert daher für einen liberalen Ansatz: Mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch zusätzliche Regulierung, sondern durch bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und Neubau – sowohl im Mietrecht als auch im Baurecht.

Freiheit, Markt und Wohnraum

Mit „Mate mit Hans-Dieter“ bieten die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und das Argentinische Tageblatt einen kompakten deutschsprachigen Blick auf aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen in Argentinien und Deutschland.

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Die Entwicklung in Argentinien liefert neue Argumente für die Debatte in Deutschland.

Die zweite Folge macht deutlich: Die Frage nach bezahlbarem Wohnraum ist kein rein nationales Thema, sondern Teil einer grundsätzlichen Debatte über Freiheit, Markt und staatliche Regulierung. Ökonomische Gesetze von Angebot und Nachfrage gelten in Argentinien wie auch in Deutschland.

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Hans-Dieter Holtzmann. (Bildnachweis: Martin Joppen)

Über den Autor

Dr. Hans-Dieter Holtzmann ist Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Südamerika.

Über die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hat sich der Förderung liberaler Werte weltweit verschrieben. Sie hat ihren Sitz in Potsdam in Deutschland und ist in mehr als 60 Ländern vertreten. In Lateinamerika hat sie sich zum Ziel gesetzt, demokratische Institutionen zu festigen, Menschenrechte zu fördern und die Freiheit der Marktwirtschaft zu stärken.”

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