03. 11. 2023

Buenos Aires (AT) – Die siebte Libertadores-Cup muß weiter warten. Boca Juniors hat es am Ende trotz der massiv angereisten Fans nicht geschafft, den Erzrivalen Fluminense auf eigenem Terroir zu schlagen. Die Argentinier mußten mit einem 1:2 Niederlage die Heimreise antreten.

Boca spielte über weite Strecken ohne die nötige Intensität und Durchschlagskraft, die jedes Spiel, um so mehr ein Finale und noch mehr das Endspiel um die regionale Vereinsmeisterschaft -die Copa Libertadores– erfordert.

Die Mannschaft aus Buenos Aires war dem Gegner in der gesamten ersten Halbzeit unterlegen und ging erst in der zweiten Halbzeit in Führung, doch eher durch eine ängstliche Rückwärtsbewegung von der Brasilianer motiviert denn durch eigene Ambition. Bezeichnend: das Team um Trainer Jorge Almiron hatte in der ersten Halbzeit kaum einen Schuss aufs gegnerische Tor zu verzeichnen.

Das das Spiel nach einem mühsamen 1:1 in die Verlängerung gehen konnte war dann auch insbesondere den rund 30.000 argentinischen Fans zu verdanken, die extra zum Endpsile angereist waren. Unermütlich trieben sie ihre Mannschaft an, es noch einmal zu versuchen. Am Ende war es aber eine gelungene Kombination des Teams aus Río, die vom 21-jährigen John Kennedy gekonnt abgeschlossen wurde.

Boca konnte danach trotz Anstrengung und selbst dem Einsatz von Torwart Sergio Romero an vorderster Front das Resultat nicht mehr beeinflussen. Während das Maracana-Stadion im Jubel der heimischen Fans unterging, hieß es für die blua-gelben einpacken und auf das nächste Jahr hoffen.

Tausende Boca Junior Fans hatten im Vorfeld die Strände und Straßen von Rio de Janeiro mit Gesängen und blau-goldenen Farben in Erwartung von der “séptima”, auf der Suche nach dem siebten Copa-Libertadores-Titel gefüllt. 

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Das Maracana Stadion in Rio de Janeiro (quelle: imaginariodejaneiro.com)

Unter ihnen war auch “La Doce”, eine der gefürchtesten argentinische Barra Brava (Anm. de Red.: Hooligans) Lateinamerikas, ist auch dabei. Aufgrund ihrer hat die Polizei von Rio de Janeiro eine Sonderoperation eingerichtet, um die 400 angereisten Mitglieder der Barra zu überwachen. Um Ausschreitungen vermeiden zu können, hatten die Sicherheitskräfte die Leader der Truppe und ihren engsten Kreis in ihren Privatautos bis zum Stadion eskortiert und vom Rest der Truppe weitesgehend abgeschnitten. 

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Die Boca-Fans feierten im Vorfeld auf den Stränden von Río de Janeiro ihre Mannschaft (Foto: abrujula24.com.ar).

Die brasilianische Polizei hatte als größtes Problem all jene Fans identifiziert, die keine Eintrittskarten hatten. Obwohl die argentinische Botschaft unter Botschafter Daniel Scioli davor gewarnt hatte, gingen die Sicherheitskräfte davon aus, dass tausende Fans ohne Tickets ins Stadion gekommen waren, um zu versuchen, an illegale Tickets zu kommen. Die Preise für diese unter der Hand verkauften Eintrittskarten lagen bei US$ 1.800).

Zwei Tage vor dem Finale der Copa Libertadores war es in Rio de Janeiro zu gewalttätigen Szenen zwischen Fußballfans gekommen. Zwei Anhänger wurden am Donnerstag von der brasilianischen Polizei im Rahmen einer Schlägerei festgenommen, bei der die brasilianischen “Flu”-Fans die argentinische Fanzone am Copacabana Strand gestürmt hatten.

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Boca-Ex Startspieler Juan Román Riquelme mit der Trophäe der Copa Libertadores 2007. (quelle: página12.com.ar)

Der Traum vom siebten Sieg 

Boca Juniors war nach Río gekommen mit einem Ziel: seinen siebten Titel im wichtigsten Turnier in der Region zu gewinne. Im Jahre 2007 hatten sie es das letzte Mal geschafft. “Ich sehe die Nummer überall”, hatten viele Fans im Vorfeld in Interviews erklärt. Jetzt gilt es, an der Illusion festzuhalten und sie im nächsten Jahr neu zu entfachen. Doch das ist bekannterweise für die Boca-Familie noch die leichteste Übung.

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