12. 01. 2024

Buenos Aires (AT) – Der Gin-Hype reißt nicht ab. Immer noch bereichern weltweit zahlreiche neue Gin-Sorten das Angebot in Handel und Gastronomie und machen dem Gin-Land England ordentlich Konkurrenz. Ein Teil des Angebotes kommt heutzutage auch von argentinischen Destillerien, insbesondere von den Frauen hinter den großen Gin-Marken. 

Mit Eis, mit Tonic Water, aus den einheimischen Pflanzen des Paraná-Deltas oder mit dem besonderen Merkmal des patagonischen Wacholders. Heute hat der Gin sich einen festen Platz in den Bars erobert und gilt als einer der führenden Spirituosen.

Auffallend ist jedoch, dass einige dieser Getränke von Frauen kreiert wurden, was vor einiger Zeit noch sehr undenkbar gewesen wäre. Schließlich gilt die Spirituosenbranche noch immer als „männerdominierten“ Bereich. Geht man auf die Suche, findet man die weiblichen Master Blenders und Destillateurinnen immer häufiger. 

Valeria Saavedra mit ihrem Gin “La Salvaje”. (quelle: milenico.com)

A lady´s touch

Frauen haben schon seit einigen Jahren eine bedeutende Rolle im Gin gespielt. Die Legende besagt, dass das erste Destillat der Geschichte von einer Frau hergestellt wurde. Das war vor etwas weniger als 2.000 Jahren in Alexandria. Maria die Hebräerin, eine Alchemistin, die das Talent und die Courage hatte, für die damalige Zeit unvorstellbare Destillationstechniken zu entwickeln. Heutzutage gibt es in Argentinien einige Unternehmerin, die es geschafft haben, sich an die Spitze der Branche zu setzen und die Kreation und Herstellung von Spirituosen mit einem besonderen Stil auf das höchste Niveau zu heben. 

Valeria Saavedra, gebürtig aus Rosario, hat viele Jahre in Europa gearbeitet und in Bars in Barcelona Drinks serviert. Zurück in Argentinien, kombinierte sie ihr Wissen mit den wesentlichen Elementen aus dem Nordosten des Landes, um einen authentisch lokalen Gin zu entwickeln. Der Gin soll die eigene Natur repräsentieren, die elegant und stark zugleich ist, was dem Getränk die Essenz dieser Region des Paraná verleiht, erklärt sie. Ihre Marke La Salvaje, wird aus Rosmarin, Eukalyptus, Lorbeer, Koriander, Orangenschale und Kardamom hergestellt. “Der Gin ist von unserer Natur inspiriert, von der Landschaft, dem Fluss und der Üppigkeit des Deltas. La Salvaje hat mit dem zu tun, was diese Region in unserer Geografie zu bieten hat”, resummiert die junge Unternehmerin.

Taté Moretti, in der eigenen Gin-Destillerie. (quelle: forbes.com)

Südlich der Stadt Neuquén, kreiert dagegen Taté Moretti ihren Gin. Die gebürtige Neuquénerin und Mutter von drei Kindern beschloss, nach einem Aufenthalt in Buenos Aires in ihre Heimat zurückzukehren, um ein innovatives Projekt für die Region zu starten: 2017 gründete sie die erste Destillerie in der Provinz namens “Patagonian Distillery”. Ihr Gin namens Gina, der nach ihrer jüngsten Tochter benannt wurde, war ein globaler Erfolg. 2021 wurde er in London bei der “International Wine & Spirit Competition” in der Kategorie “Signature Botanical”  zum besten Gin Argentiniens gewählt.  Patagonian Distillery, ihr Familienunternehmen, ist heute eine Fabrik für nach Fasson destillierte Getränke: Sie verfügen über vier Destillierkolben und eine installierte Produktionskapazität von 1000 Litern pro Tag. Die Hauptbasis ist der in den Anden geerntete Wacholder, zusammen mit sechs Blüten. Dies erschafft dem Gin das einzigartige Aroma, den sich Taté Moretti so hart erarbeitet hat.  

Die Unternehmerin Sorrel Moseley-Williams ist eine englische Journalistin und Sommelier, die seit mehreren Jahren Buenos Aires und seine Gastronomieszene lebt. 2019 kreierte sie deshalb Dill & Tonic, Gin Tonic in Dosen: ein mit Dill abgefüllter Gin. Ihr Team wollte nicht nur einen leckeren ‘Ready to Drink’-Cocktail produzieren, sondern auch ein Produkt schaffen, das dem neuen Panorama gewachsen ist. Das Getränk wird aus Wacholder-Gin, Tonic Water und frischem Dill hergestellt. Sorrel mazeriert den Gin nach eigenem Rezept und produziert das Tonic Water in der Brauerei.

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