18. 04. 2024

Buenos Aires / Neuquén (AT) – Nicht kleckern, sondern klotzen. Die Devise scheinen sich sowohl Shell Argentina als auch Vista, das vom ehemaligen YPF-Chef und Schumpeter Geschäftsführer Miguel Galluccio gegründete Oil&Gas-Unternehmen vorgenommen zu haben. Auf dem Rohstoff-Event „Vaca Muerta Insights“, erklärte Ricardo Rodríguez, CEO von Shell Argentina, sein Unternehmen plane die Produktion von heute 55.000 Barrel auf 70.000 bis zum Ende des Jahres hochzuschrauben. Vista-Operations-Manager, Matías Weissel, erklärte seinerseits, sein Unternehmen plane in den kommenden zwei Jahren von heute 60.000 Barrel auf 100.000 Barrel Produktionsvolumen anzuziehen. Das Vaca Muerta Insights-Treffen wurde am Mittwoch von den Medienunternehmen La Mañana de Neuquén / Más Energía und Econojournal in der Stadt Neuquén, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz veranstaltet.

Die shale-Formation Vaca Muerta rstreckt sich über 32.000 km2 und liegt zwischen den Oil&Gas-Provinzen Neuquén, Mendoza, Río Negro und La Pampa.

Transport: der gordische Knoten

Insbesondere die Transportkapazität aus Vaca Muerta stellt derzeit noch eine Herausforderung für den Produktionsanstieg, betonte Rodríguez. Doch gehe er davon aus, dass diese bis zum Ende des Jahres gelöst sein werden können. Shell selbst will in den nächsten Jahren rund US$ 500 Millionen jährlich in den Ausbau seines Geschäftes in Vaca Muerta investieren. Ein Schwerpunkt: das eigene Transportwesen, erinnerte Rodríguez.

Ricardo Rodríguez, Shell Argentina, 2024
Ricardo Rodríguez ist CEO von Shell Argentina. (Foto: LMN)

“Die Engpässe beim Abtransport sollten aber in Bälde gelöst sein. Danach wird es neue Engpässe geben, insbesondere bei den Dienstleistern; vor allem bei Fracturing-Sets und Bohranlagen. Doch wir sind sehr optimistisch, was die Zukunft in Argentinien angeht”, ergänzte der Shell-Chef.

“Beschleunigte” Investitionen

Vista Energy plant demgegenüber jährlich Investitionen von rund US$ 900 Millionen, erklärte Weissel. Bis 2026 will das 2017 gegründete Unternehmen sein EBITDA mindestens verdoppeln, so das ehrgeizige Ziel. Eine “Abkürzung” auf diesem Wege ist Chile: kurzfristig plant Vista über die Pazifik-Häfen des argentinischen Nachbarlandes kurzfristig seine Exportmenge von heute 40.000 exportierten Erdölbarrel auf 70.000 steigern zu können.

Matias Weissel, Vista, 2024
Matias Weissel ist Operations Manager bei Vista Energy. (Foto: LMN)

“Wir haben bereits im September letzten Jahres unseren beschleunigten Investitionsplan vorgestellt. Damit hoffen wir klar gemacht zu haben, dass unser Geschäftsplan unabhängig jeglicher von den makroökonomischen oder politischen Rahmenbedingungen ist”, erklärte Weissel im Rahmen des Vaca Muerta Insights. Hintergrund: im September 2023 stand Argentinien mitten im Wahlkampf, aus dem im November Javier Milei als Sieger hervorging.

Seit sechs Jahren in Argentinien tätig ist Vista heute und unabhängigen Daten zufolge der zweitgrößte Schieferölproduzent in Argentinien und der neuntgrößte Gasproduzent in Lateinamerika bei konventionellen und unkonventionellen Anlagen.

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