18. 03. 2026

Am 16. März 2026 versammelte die Deutsch-Argentinische Industrie- und Handelskammer (AHK Argentinien) Unternehmensführer, strategische Partner und Branchenvertreter zu einer neuen Ausgabe von „Visión 2026” – ihrem jährlichen Leitforum für Wirtschaft und Investitionen. Die Veranstaltung hatte in diesem Jahr eine besondere Bedeutung: Die AHK feierte ihr 110-jähriges ununterbrochenes Bestehen in Argentinien – ein Meilenstein, der die Tiefe und Beständigkeit der deutsch-argentinischen Wirtschaftsbeziehungen unterstreicht.

Starke Zahlen: 89% der Unternehmen wollen investieren

Im Mittelpunkt des Treffens standen die Ergebnisse der gemeinsam mit EY Argentina durchgeführten Unternehmensumfrage – bereits zum neunten Mal in Folge. An der Erhebung nahmen 45 deutsche Unternehmen mit Präsenz in Argentinien teil. Das Ergebnis ist eindeutig: 89 % der befragten Firmen planen, ihre Investitionen im Jahr 2026 zu erhöhen oder stabil zu halten. Im Vergleich dazu hatten 2025 nur 24 % der Unternehmen positiv über ihre Rentabilität berichtet, 2026 sind es bereits 96 %.

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Der deutsche Botschafter in Buenos Aires, Dieter Lamlé, eröffnete das Treffen Visión 2026 und hob das Forum als zentrale Plattform für die öffentlich-private Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Argentinien hervor.

Pablo De Gregorio, Partner bei EY Argentina, präsentierte die Umfrageergebnisse und hob hervor, dass 96 % der Unternehmen ihre Rentabilität positiv einschätzen und 71 % steigende Umsätze erwarten. Diese Zahlen markieren eine deutliche Trendwende gegenüber den Vorjahren: 2023 überwogen mit 25 % noch die negativen Investitionserwartungen gegenüber 23 % positiven Prognosen, während 2026 der positive Ausblick mit 31 % klar dominiert.

Energie und Bergbau als Wachstumsmotoren

Die Umfrage identifizierte die Sektoren Energie und Bergbau als die mit dem größten Wachstumspotenzial für das Jahr 2026: 31 % der Unternehmen nannten den Bereich Energie und 29 % den Bergbau. Dahinter folgen Dienstleistungen und wissensintensive Industrien mit 15 % sowie Agribusiness mit 12 %. Diese Rangfolge spiegelt die wachsende Bedeutung von Vaca Muerta und dem argentinischen Bergbausektor für internationale Investoren wider.

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Energie und Bergbau führen das Ranking der Wachstumssektoren an — Vaca Muerta und der Bergbau locken deutsche Investoren.

Hinsichtlich der politischen Lage zeigt sich ein differenziertes Bild: 40 % der Unternehmen bewerten die politische Situation Argentiniens als positiv für ihr Geschäft, 36 % sehen keinen Einfluss und nur 13 % berichten von negativen Auswirkungen. Bei der wirtschaftlichen Lage gibt es hingegen noch Vorbehalte: 47 % der Unternehmen sehen einen negativen Einfluss der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, während 36 % positive Auswirkungen verzeichnen.

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Ein zentrales Thema der Umfrage war der digitale Wandel: 84 % der befragten Unternehmen integrieren bereits Lösungen mit künstlicher Intelligenz in ihre Prozesse oder haben konkrete Pläne dafür. Dieser Wert unterstreicht, dass die Digitalisierung auch in Argentinien zum strategischen Kernthema der deutschen Wirtschaft geworden ist.

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89% der deutschen Unternehmen wollen 2026 in Argentinien investieren — ein klares Signal des Vertrauens in den Markt. Von 24% auf 96%: Die Rentabilitätserwartungen deutscher Firmen in Argentinien haben sich innerhalb eines Jahres vervierfacht.

Als wichtigste rechtliche Rahmenbedingungen für mehr Investitionen nannten die Unternehmen eine umfassende Steuerreform zur Abschaffung verzerrend wirkender Steuern (39 %), Freihandelsabkommen (26 %) sowie Investitionsschutzgesetze (24 %). Bei den wirtschaftspolitischen Maßnahmen stehen ein klarer und nachhaltiger Wirtschaftsplan (22 %) sowie ein stabiler Wechselkurs (20 %) ganz oben auf der Wunschliste.

Hochrangige Gäste und ein Blick auf den Digitalen Euro

Die Veranstaltung begann mit einem Grußwort des deutschen Botschafters Dieter Lamlé. Er hob die Bedeutung des Forums als Plattform für die öffentlich-private Zusammenarbeit hervor. Als besonderer Gast sprach Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, über die wirtschaftliche Lage Europas und Deutschlands sowie über Innovationen im Zahlungsverkehr, insbesondere über das geopolitisch bedeutsame Projekt des digitalen Euros.

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Der Deutsche Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz brachte den Digitalen Euro nach Buenos Aires — ein geopolitisch bedeutsames Projekt.

Im Anschluss bot das CEO-Panel mit Führungskräften von Boehringer Ingelheim, Robert Bosch, Bayer Cono Sur und Aluplast einen Einblick in die Entscheidungsprozesse und Strategien deutscher Unternehmen in Argentinien. Julieta Barra, Direktorin für Wirtschaft und Beratung bei der AHK Argentinien, fasste die Botschaft des Tages wie folgt zusammen: „Die Wettbewerbsfähigkeit der Zukunft wird auf Innovation, nachhaltigen Investitionen und internationaler Zusammenarbeit aufgebaut. Die AHK Argentinien bekräftigt dabei ihre Rolle als strategische Plattform zur Stärkung der bilateralen Beziehungen.“

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