Vom 27. bis zum 31. März 2026 besuchte Christian Schmidt, der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Vizepräsident der Hanns-Seidel-Stiftung und ehemalige Bundesminister, die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Sein Aufenthalt diente in erster Linie der Stärkung der parlamentarischen und akademischen Beziehungen.
Gleich nach seiner Ankunft besichtigte Schmidt den Palast des Argentinischen Nationalkongresses, ein herausragendes Beispiel für den neoklassizistischen Architekturstil des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Besonders beeindruckt zeigte sich Schmidt von der bronzebeschichteten Kuppel sowie der sich auf dem Dach befindenden Quadriga.

Erinnerungsarbeit im Museo Sitio de Memoria ESMA
Tags darauf besuchte er das Museo Sitio de Memoria ESMA. Bekanntlich fungierte die ESMA (Escuela de Mecánica de la Armada) während der argentinischen Militärdiktatur (1976–1983) als eines der größten und berüchtigtsten Haft-, Folter- und Vernichtungszentren. Sie gilt als Symbol für den Staatsterrorismus.
Kooperationsabkommen mit dem Stadtparlament
Am 30. März wurde Schmidt in der Legislatura de la Ciudad Autónoma de Buenos Aires von Matías López, dem ersten Vizepräsidenten des Stadtparlaments, empfangen. Schmidt und López unterzeichneten ein wegweisendes Kooperationsabkommen. Das fachliche Wissen der Parlamentarier und Verwalter der Legislatura soll verbessert, der Dialog zwischen Parlamentariern der Legislatura und Parlamentariern anderer Länder gefördert werden. Die Unterzeichnung des Abkommens unterstreicht das Interesse der Stadt Buenos Aires an deutschen Standards in der politischen Bildung.

Akademischer Dialog über EU-Mercosur und Lateinamerika
Zudem nutzte Schmidt seinen Aufenthalt für einen intensiven Dialog mit der akademischen Elite Argentiniens. An der Universidad Austral diskutierte er mit Federico Pinedo (Sherpa der Republik Argentinien bei der G20), Damián Eduardo Arabia (Diputado de la Nación Argentina) und Marisa Bircher (Expertin für Außenhandel und internationale Wirtschaft) sowie vielen anderen über die Zukunft des EU-Mercosur-Abkommens. Schmidt betonte, dass der Pakt in Zeiten globaler Unsicherheit eine unverzichtbare strategische Allianz darstelle. An der Universidad del Salvador referierte er vor zahlreichen Studierenden über die neue Rolle Lateinamerikas in der Weltordnung und die Notwendigkeit einer wertebasierten Zusammenarbeit.

Die Rolle der Hanns-Seidel-Stiftung
Begleitet wurde Schmidt von Prof. Dr. Klaus Georg Binder, dem Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Argentinien. Die Stiftung betätigt sich in Argentinien seit Jahrzehnten als Motor für den Austausch über Themen wie Rechtsstaatlichkeit und Soziale Marktwirtschaft. Schmidts Besuch festigte die Position der Hanns-Seidel-Stiftung als eine der zentralen Schnittstellen für den deutsch-argentinischen Dialog. Der Aufenthalt endete am 31. März mit dem Fazit, dass Argentinien trotz seiner politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen auch weiterhin für Europa einen Schlüsselpartner darstellt.





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