29. 04. 2024

Buenos Aires (AT)Alec Oxenford ist einer der Seriengründer, die Argentiniens Ökosystem in den späten 90er Jahren geprägt haben (DeRemate, DineroMail, OLX). Seine ersten Start-ups stehen repräsentativ für eine Zeit in der digitales Gründen den Beispielen einer e-Bay folgend sich auf die Geschäfte rund um Versteigerungen und Warenaustasuch konzentrierte.

DeRemate, der Start

1999 gründete Oxenford DeRemate.com, eine Plattform, die Kauf- und Verkauf gebrauchter Güter im Bietermodus ermöglichte. Mitgründer war Fabricio Grinda, den Oxenford während seines MBA-Programm an der Harvard School of Business kennenlernte. Das Besondere: DeRemate.com begrenzte sich nicht auf den argentinischen Markt sondern zielte auf ganz Lateinamerika. Dort kam das start-up schnell in direkten Wettbewerb mit MercadoLibre.com, die e-commerce-Plattform, die im gleichen Jahr auf den Markt ging. MercadoLibre übernahm 2005 DeRemate.com.

Zwei Jahre vorher hatte Oxenford DineroMail auf den Markt gebracht. Das Start-up war eine frühe Version digitaler Bezahldienste rund um das e-commerce. DineroMail vermittelte e-Commerce-Bezahl-Dienste und Lösungen und kassierte eine Beteiligung an den über die website erwirtschafteten Umsätzen. Das Unternehmen entwickelte sich in den Folge-Jahren zum größten digitalen Finanzdienstleister seiner Art in Lateinamerika. 2017 verkaufte Oxenford die Mehrheit an die südafrikanische Naspers Corporation.

OLX, der größte Erfolg

Oxenford größter Erfolg sollte im Jahre 2006 kommen. Zusammen mit Partner Fabricio Grinda gründete er OLX, ein Anfangs allein für smartphone-Formate gedachte digitale Plattform für Kleinanzeigen gebrauchter Waren. Marktschwerpunkt: die Vereinigten Staaten. Die Kleinanzeigenplattform wuchs dank eines Geschäftsmodells, das ausschließlich Einnahmen aus dem Verkauf von Anzeigen generierte, ohne den Nutzern Provisionen in Rechnung zu stellen.

Von Internet-Gründer zum Kunstsammler

Oxenford studierte an der UCA (Katholische Universitat Argentinien), arbeitete unter anderem für Quilmes, Argentiniens ehemaliger Traditions-Brauerei, aber auch als Analyst bei der Boston Consulting Group (BCG). Es war die BCG, die ihm Teil seines MBA in Harvard bezahlte. “Dort sah ich all die Möglichkeiten, die das digitale Universum bietet”, erinnerte sich Oxenford später.

OLX startete zunächst in Indien und konsolidierte sich dann in Russland, Brasilien und Ländern in Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum. Fünf Jahre nach dem Start kam es nach Argentinien. Heute ist OLX in fast 90 Ländern vertreten. 2010 übernahm Naspers auch dieses Unternehmen Oxenfords. Der geschätzte Verkausfwert lag bei US$ 210 Millionen. OLX ist nicht börsennotiert. Analysen von Goldman Sachs bewerten das Unternehmen mittlerweile auf US$ 2,1 bis 5,5 Mrd.

Frei nach dem Motto: “Schuster blieb bei deinem Leisten”, gründete Oxenford 2014 LetGo, eine ebenfalls auf An-und Verkauf von second-hand Waren spezialisertes Unternehmen. LetGo ist heute mehr als US$ 1,5 Milliarden wert. Oxenford hat sich seitdem als Investor (Alpha Capital und Michelin VC) aber auch als Kunstsammler unterwegs.

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Flavio CannillaVon

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