15. 07. 2026

„Ich möchte eigentlich nicht gehen, aber jetzt ist die Zeit gekommen.“ Mit diesen Worten beginnt Dieter Lamlé seine Abschiedsbotschaft an Argentinien. In zwei auf Instagram veröffentlichten Videos der Deutschen Botschaft in Buenos Aires zieht der deutsche Botschafter Bilanz seiner fast dreijährigen Zeit als Botschafter in Argentinien, bedankt sich für die Gastfreundschaft des Landes und würdigt die engen Beziehungen zwischen Deutschland und Argentinien.

Die beiden Videos wurden im Abstand weniger Tage veröffentlicht. Während der erste Film den Botschafter bei einem Rundgang durch die Residenz und das Botschaftsgelände zeigt, wurde die zweite Botschaft in seinem Büro aufgenommen. Beide Beiträge verbinden persönliche Erinnerungen mit einem Rückblick auf zentrale Projekte seiner diplomatischen Arbeit.

Seine Zeit als Botschafter im Zeichen des politischen Wandels

Lamlé erinnerte daran, dass er im August 2023 – nur zwei Tage vor den argentinischen Vorwahlen (PASO) – in Buenos Aires eintraf. Der überraschende Wahlerfolg von Javier Milei habe seine gesamte diplomatische Mission geprägt.

„Diese Wahl hat praktisch mein gesamtes Berufsleben hier in Argentinien geprägt – und nicht nur meines, sondern das der gesamten Botschaft“, sagte Lamlé.

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Das 200-jährige Jubiläum der Beziehungen zwischen Deutschland und Argentinien gehörte zu den Schwerpunkten von Dieter Lamlés Zeit als Botschafter. Im Bild von links: Ferdinand Porák, Vizepräsident des Hospital Alemán; Botschafter Dieter Lamlé mit seiner Frau Ulrike; und Ricardo Berthold, Präsident des Hospital Alemán, bei einer der Jubiläumsveranstaltungen, in deren Rahmen der Diplomat durch das Land reiste und zahlreiche Institutionen und Unternehmen der deutschsprachigen Gemeinschaft besuchte.

Eine der ersten Aufgaben der Botschaft sei gewesen, die tiefgreifenden politischen Veränderungen in Argentinien gegenüber Deutschland einzuordnen und zu erklären.

„Es war sehr schwierig zu verstehen, was hier eigentlich geschah“, erinnert sich der Botschafter.

Mehr als zwei Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte

Für einen Teil seiner Abschiedsbotschaft wählte Lamlé bewusst eines der Wandgemälde an der Außenfassade der Botschaft in Buenos Aires.

Das von argentinischen Künstlern gestaltete Kunstwerk symbolisiert nach seinen Worten mehr als 200 Jahre Freundschaft zwischen Deutschland und Argentinien.

Dabei erinnerte er an die ersten deutschen Einwanderer und an die heute mehr als eine Million Menschen deutscher Abstammung, die vor allem in den Provinzen Misiones, Entre Ríos und Córdoba leben.

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„Ich möchte eigentlich nicht gehen, aber jetzt ist die Zeit gekommen“: ein Abschied, der drei Jahre diplomatischer Arbeit zusammenfasste. Für eines seiner Abschiedsvideos wählte Dieter Lamlé eines der Wandgemälde an der Fassade der Deutschen Botschaft in Buenos Aires, um an mehr als 200 Jahre deutsch-argentinischer Beziehungen und den Beitrag der deutschen Einwanderung zur Entwicklung des Landes zu erinnern.

„Es gibt kaum ein Gespräch, das nicht mit den Worten beginnt: ‚Mein Großvater‘ oder ‚meine Urgroßmutter‘“, sagte Lamlé und beschrieb damit die tiefe Verwurzelung der deutsch-argentinischen Gemeinschaft.

Ein besonderes Symbol seiner diplomatischen Mission waren außerdem 56 Bäume, die er gemeinsam mit Bürgermeistern verschiedener Städte pflanzte. Sie sollten an das Jubiläum der bilateralen Beziehungen erinnern und zugleich für eine gemeinsame Zukunft stehen.

Europa und Mercosur

Zu den wichtigsten politischen Erfolgen seiner Amtszeit zählt Lamlé die politische Einigung über das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur.

Nach 26 Jahren Verhandlungen sei damit der Weg für eine der weltweit größten Freihandelszonen mit rund 750 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern geebnet worden.

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Das Abkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur nahm in der Bilanz seiner diplomatischen Mission einen besonderen Stellenwert ein. Im Bild: Dieter Lamlé mit Erik Høeg, Botschafter der Europäischen Union in Argentinien, bei den Feierlichkeiten zum Europatag in Buenos Aires.

Als erstes konkretes Beispiel nannte er Honig aus der argentinischen Provinz Entre Ríos, der bereits zollfrei nach Deutschland exportiert werden konnte.

Auch die wirtschaftlichen Beziehungen bezeichnete der Botschafter als sehr dynamisch.

Mehr als 200 deutsche Unternehmen seien heute in Argentinien aktiv. Als Beispiel verwies er auf die neue Produktionsstätte von Daimler Truck in Zárate.

Junge Menschen als Brücke der Zukunft

Den zweiten Teil seiner Abschiedsbotschaft widmete Lamlé vor allem den Menschen, denen er während seiner Amtszeit begegnete.

Er bedankte sich bei Gouverneuren, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, deutsch-argentinischen Vereinen sowie den 30 Deutschen Schulen im Land.

Besonders am Herzen liege ihm die Zusammenarbeit mit jungen Menschen.

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Während seiner Zeit in Argentinien initiierte Dieter Lamlé die Pflanzung von 56 Bäumen als Symbol der Verbundenheit zwischen beiden Ländern. Im Bild: Andrea Rodríguez Weiss, Präsidentin der CEABA, und Botschafter Lamlé bei der Pflanzung eines Ginkgo biloba als Zeichen der Verbundenheit und Hoffnung.

„Die Jugend spielt eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Beziehungen zwischen Argentinien und Deutschland“, betonte er.

In diesem Zusammenhang verwies er auf ein Jugendseminar im Mai, bei dem junge Argentinierinnen und Argentinier gemeinsam mit deutschen Teilnehmern Ideen für die künftige Zusammenarbeit entwickelten.

Auch das deutsche duale Ausbildungssystem, das Theorie und Praxis verbindet, könne nach seiner Überzeugung einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte in Argentinien leisten.

Optimismus für die Zukunft

Zum Abschluss seiner Botschaft äußerte sich Lamlé optimistisch über die Perspektiven der bilateralen Zusammenarbeit.

Argentinien verfüge über Rohstoffe und Energieressourcen wie Lithium, Kupfer, Erdgas sowie ausgezeichnete Bedingungen für Solar- und Windenergie.

Deutschland wiederum könne moderne Technologien und industrielles Know-how einbringen.

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Für Lamlé bilden die argentinischen Ressourcen und die deutsche Technologie eine Verbindung mit großem Potenzial. Im Bild: der Botschafter mit Juan Carlos Schröder, Eigentümer des Argentinischen Tageblatts, und Gunther Neubert, dem damaligen Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Argentinischen Industrie- und Handelskammer, bei einem Besuch in Neuquén.

„Erstklassige Rohstoffe, erstklassige Technologie und erstklassige Menschen – das ist eine ideale Verbindung“, sagte der Botschafter.

Seine letzten Worte richtete er an alle Menschen, die ihn während seiner Zeit in Argentinien begleitet hatten – ebenso wie an die stetig wachsende Gemeinschaft in den sozialen Netzwerken der Botschaft.

„Vielen Dank für alles. Und bleiben Sie uns treu – es lohnt sich zu verfolgen, was Deutschland in Argentinien macht.“

Eine persönliche Verabschiedung mit diplomatischer Botschaft

Die beiden Videos sind weit mehr als ein persönlicher Abschied. Sie zeichnen zugleich das Bild seiner Zeit als deutscher Botschafter in Argentinien, in der politische Veränderungen, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Bildung, Jugendaustausch und die deutsch-argentinische Gemeinschaft im Mittelpunkt standen.

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Der Botschafter dankte besonders den Schulen, Vereinen und deutsch-argentinischen Gemeinschaften, die ihn während seiner Zeit im Land willkommen hießen. Im Bild: Lamlé bei seinem Besuch im Instituto Luis Siegel und im Tageszentrum Arcángel Gabriel der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Buenos Aires.

Für die Leserinnen und Leser des Argentinischen Tageblatts sind sie zugleich eine Erinnerung daran, dass diplomatische Beziehungen nicht allein durch Regierungsabkommen entstehen, sondern vor allem durch die Menschen, Institutionen und Begegnungen, die sie Tag für Tag mit Leben füllen.

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